Senegals Anführer auf letzter „Mission“

von Redaktion

Sadio Mané: Erstes WM-K.o.-Spiel – mit 34

Will dagegenhalten: Belgien mit de Bruyne. © Chinn/AFP

Geht voran: Mané tritt als Leader auf. © Samad/AFP

Seattle – Auf Sadio Mané wartet eine neue Erfahrung. Champions-League-Sieger war er schon, zweimal wurde er zu Afrikas Fußballer des Jahres gewählt, gewann Meisterschaften in England, Deutschland, Österreich, Saudi-Arabien, den Afrika-Cup. Aber ein K.o.-Spiel bei einer WM? Das war dem 34-Jährigen bislang verwehrt geblieben.

2018 in Russland: Wegen der Fairplay-Wertung schied der Senegal in der Vorrunde aus. 2022 in Katar: Mané sah verletzt dabei zu, wie seine Kollegen ins Achtelfinale einzogen. Nun, in Nordamerika, ist sein Moment gekommen – am Mittwoch (22 Uhr MESZ/ARD und MagentaTV) im Sechzehntelfinale gegen Belgien. Seine Rolle? Unverändert.

Auch mit 34 Jahren, bei seiner wohl letzten WM, trägt Mané die Hoffnungen des Senegal auf seinen Schultern. Natürlich sei der ehemalige Bayern-Stürmer „nicht mehr ganz so flink wie mit 25“, sagte der frühere senegalesische Nationalspieler El Hadji Diouf über seinen Nachfolger. Aber: „Mit ihm auf dem Platz steigen unsere Chancen, ein Spiel zu gewinnen, auf 60 Prozent.“ Nicht, weil Mané noch immer zuverlässig für jene Glanzmomente sorgen könnte, die ihm vor allem beim FC Liverpool Legendenstatus einbrachten. Sondern, weil er als Anführer und Vorbild vorangeht. Er könne über Mané „fast ein Buch schreiben“, schwärmte Trainer Pape Thiaw nach dem letzten Gruppenspiel gegen den Irak: „Er macht wirklich außergewöhnliche Dinge.“

Beim WM-Viertelfinalisten von 2002 scheinen sie akzeptiert zu haben, dass von Mané selbst keine Kunststücke mehr zu erwarten sind. Umso mehr sei er „für die Mannschaft da, nimmt Einfluss, ist der technische Anführer dieses Teams“, so Thiaw: „Sadio ist wirklich ein Vorbild für den gesamten afrikanischen und den Weltfußball.“ Und für die nächste Generation des Senegal. Ähnlich wie bei Gegner Belgien, wo die einstigen Stars um Kevin De Bruyne und Romelu Lukaku ihrem Ende entgegengehen, läuft auch im Senegal bereits ein Umbruch.

Artikel 1 von 11