Ex-DFB-Präsident Grindel (re.) und Ex-Bundestrainer Löw. © Charisius/dpa
New York – Jürgen Klopp sollte Bundestrainer werden. Nachfolger von Joachim Löw. Nach der WM 2022. Das plante der DFB bereits im Jahr 2019. „Das wusste Klopp auch, weil ihm dies Vertreter des DFB im Frühjahr 2019 in Liverpool erläutert haben“, schrieb Reinhard Grindel, der ehemalige Präsident des Deutschen Fußball-Bunds, unserer Zeitung. „Wegen meines Rücktritts sind diese Überlegungen offenbar nicht weiterverfolgt worden.“
Nach der WM 2018 war Joachim Löw trotz des Ausscheidens nach der Vorrunde und starker Kritik an seiner Person im Amt geblieben; bereits vor dem Turnier in Russland war der Vertrag mit ihm verlängert worden. Ähnlich ist jetzt die Situation mit Julian Nagelsmann: Ihm stünde, sollte er als Bundestrainer nicht mehr gefragt sein, eine Abfindung zu. Auch bei ihm war quasi als Vertrauensvorschuss eine Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses vorab vereinbart worden.
Reinhard Grindel hält die Fälle aber nicht für vergleichbar, denn Joachim Löw hatte starke Vorleistungen erbracht (Weltmeister 2014, Confederations-Cup-Gewinner 2017), die Nagelsmann nicht vorzuweisen hat. Vor der WM 2018 wurde Löws ursprünglich bis 2020 laufender Vertrag bis 2022 verlängert. Trotzdem, so Grindel, hätte der DFB nach der WM 2018 Löw „zu einer festgelegten Abfindung entlassen können“. Frist: 14 Tage. Doch „durch die Vertragsverlängerung hat sich diese Summe unwesentlich erhöht“.GÜNTER KLEIN