Mit den USA als Hauptgastgeberland der WM hat man sich wider Erwarten ganz gut arrangieren können. In vielen Belangen sind die Vereinigten Staaten das Land der unbegrenzten Möglichkeiten – aber nicht in diesem: Was die öffentlichen Toiletten betrifft, liegen sie weit hinter der westlichen Zivilisation zurück. Ob an Universitäten mit sechsstelligen Studiengebühren, in Stadien, in denen Mondpreise für Tickets verlangt werden, in Museen oder an den Airports – überall gibt es diese Silberbüchsen, die genau das nicht bieten, was man an einem solchen Örtchen schätzt: die „Privacy“, das Allein-mit-sich-sein, das Auch-mal-in-Ruhe-was-lesen- oder Durchs-Handy-scrollen-können.
Die Häuschen sind 1,65 Meter hoch. Heißt: Jeder kann einfach über Tür oder Seitenflanke linsen: Sitzt da jemand? Wobei: Man sieht es von außen ohnehin, weil die Tür nicht zum Boden hinabreicht, sondern etwa 40 Zentimeter darüber endet. Das Bild, das sich bietet: zwei entblößte Unterschenkel, um die Knöchel eine herabgelassene Hose. Will man so gesehen werden?
Schließlich der Verschluss: ein wackeliges Hebelchen. Amerika hat keine ordentlichen Schlösser, auch nicht bei allen anderen Türen als der zur Toilette. Jedenfalls sind all die Filmszenen, in denen Haus- und Wohnungstüren mal eben mit einem kurzen Kick eingetreten werden, glaubwürdig.
Nichts gegen die USA, aber in Sachen WC sind sie, wie ihr Präsident es gerne über andere Länder sagt, ein „Shithole country“. Das ist fauler Lokuspokus.