Wolff wittert Betrug

von Redaktion

Mercedes-Boss: Zu viele Ferrari-Updates

Spielberg – Man dachte, die Tage der Ferrari-Witze über eine gewisse Bevorzugung durch den Automobil-Weltverband FIA gehörten der Vergangenheit an. FIA heiße eigentlich „Ferrari International Automobile“. Oder: „Das technische Reglement entspricht nicht der Bauweise des Ferrari“ – so witzelte man vor 20 Jahren im Fahrerlager. Ein Relikt aus der Vergangenheit?

Nun ja: Jetzt nimmt Mercedes-Teamchef Toto Wolff die Italiener erneut aufs Korn – und zwar mit vollem Ernst. „Wir sind immer wieder ein wenig überrascht, dass Ferrari das Auto auf diese Weise mit so umfangreichen Updates ausstatten kann“, sagte Wolff zuletzt am Rande des Österreich-Grand Prix. „Meiner Meinung nach muss ihnen das Geld doch bald ausgehen – also das Geld aus dem Budgetdeckel. Uns fehlt einfach der Spielraum innerhalb der Kostenobergrenze, um so viele Teile einzuführen, wie sie es tun“, erklärte der Österreicher.

Der Formel-1-Kostendeckel liegt in der Saison 2026 bekanntlich bei 215 Millionen US-Dollar und gilt für alle Teams gleichermaßen. Trotzdem bringt Ferrari auffälligerweise praktisch an jedem Wochenende Neuerungen, die anderen Teams schaffen das nicht. Zusätzlichen Gesprächsstoff liefert Ferraris neuer Motor, der bereits in Spielberg debütierte, und damit kurz nach einer technischen Regeländerung. „Sie müssen also schon vor sechs Monaten mit der Entwicklung begonnen haben“, mutmaßt der Mercedes-Teamchef. Eine deutliche Spitze konnte sich Wolff daher nicht verkneifen. „Gleiche Regeln für alle… hoffentlich.“

Aber wie könnte Ferrari die Überwachung umgehen? Ex-Red-Bull-Berater Helmut Marko gegenüber unserer Zeitung: „Für normale Teams ist das so gut wie nicht möglich. Bei Automobilherstellern wie Mercedes oder Ferrari bin ich mir da nicht so sicher. Wie will die FIA kontrollieren, wenn in den Forschungszentren in Maranello oder bei Mercedes nicht auch für die Formel 1 gearbeitet wird?“RALF BACH

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