Der Jubel kannte bei den US-Fans keine Grenzen.
Party in Rot-Weiß: Malik Tillman. © Meissner/Blackwell/dpa
Santa Clara – Aus den Boxen dröhnten die „Country Roads“ und unten auf dem Rasen wurde auch Trainer Mauricio Pochettino völlig übermannt von der Euphorie, die er mit dem US-Team ausgelöst hat. Erst grölte er die Siegerhymne voller Inbrunst mit, dann rief er: „Ich bin so stolz, so stolz auf diese Mannschaft.“
Die Amerikaner mögen nach dem schwer erkämpften 2:0 (1:0) gegen Bosnien-Herzegowina, bei dem sie nach der Roten Karte für Torschütze Folarin Balogun (64.) eine halbe Stunde lang dessen Führungstreffer (45.) verteidigten, zunächst nur im Achtelfinale gegen Belgien stehen. Doch der erste K.o.-Runden-Sieg bei einer WM seit 24 Jahren lässt sie an alles glauben: „Für diese Gruppe ist der Himmel die Grenze“, schrie der aufgeregte TV-Kommentator John Strong in sein Mikrofon.
Nicht nur im Stadion der San Francisco 49ers schien sich die Erkenntnis breitgemacht zu haben, dass alles möglich ist. Von West nach Ost, von Nord nach Süd saßen, standen und feierten Amerikaner zu Tausenden beim Public Viewing. Und sie sahen sich durchaus bestätigt in den Worten, die von der Leinwand kamen. Thierry Henry, Experte beim übertragenden Sender Fox, sagte in der Tat: „Manchmal muss du so ein Spiel gewinnen, um auch ein Turnier zu gewinnen.“
„So ein Spiel“ wurde es nach dem Platzverweis für den herausragenden Balogun, der unabsichtlich und eher unglücklich Tarik Muharemovic aufs Sprunggelenk getreten war. Danach rackerten sich die Amerikaner ab, es war ein Spiel nach dem Geschmack eines Publikums, das „blood, sweat and tears“ honoriert. Allerdings: Pochettinos bestens organisierte Mannschaft gab sich nicht mit stumpfem Verteidigen zufrieden. Sie legte noch mal nach, durch einen traumhaften Freistoß von Malik Tillman (82.).