50. Sieg auf Rasen: Alexander Zverev. © Smiejkowska/dpa
Ballt beide Fäuste: Jann-Lennard Struff. © Inganga/dpa
London – Nervenstark hat Tennisprofi Jan-Lennard Struff zum fünften Mal die dritte Runde in Wimbledon erreicht. Seine eng umkämpfte tags zuvor wegen Dunkelheit abgebrochene Partie gegen den favorisierten US-Profi Brandon Nakashima gewann der Sauerländer in einem Tiebreak-Krimi in fünf Sätzen. 4:6, 7:6 (8:6), 7:6 (7:5), 6:7 (6:8), 7:6 (10:7) lautete das Ergebnis aus Sicht von Struff. Beim Stand von 2:2-Sätzen war das Duell am Donnerstagmittag wieder aufgenommen worden.
45 Asse halfen Struff zum Sieg in diesem außergewöhnlichen Aufschlag-Duell. Von 41 Assen seines Kontrahenten ließ sich der Warsteiner nicht beirren. Bei Wiederbeginn strauchelte Struff bei 3:3 bei eigenem Aufschlag und gab sein Spiel zum 3:4 mit einem Doppelfehler ab.
Doch der Deutsche strahlte weiterhin Selbstsicherheit aus, glich mit seinem ersten Break im gesamten Match zum 5:5 wieder aus, vergab bei 6:5 schon einen Matchball – und hatte dann im Matchtiebreak das bessere Ende für sich. Schon in der ersten Runde hatte sich Struff nach einem Rückstand im entscheidenden fünften Satz zurückgekämpft.
Mit dem Erfolg stellte der Warsteiner sein bestes Ergebnis beim Rasen-Grand-Slam-Turnier ein und spielt zum dritten Mal in Serie in London um den Einzug ins Achtelfinale. Am Freitag fordert der 36-Jährige den Russen Daniil Medwedew heraus.
Derweil ist French-Open-Sieger Alexander Zverev mit einer überzeugenden Leistung in die dritte Runde eingezogen. „Ich liebe Wimbledon. Aber ich warte noch auf die guten Ergebnisse. Wenn ich so weiterspiele, denke ich definitiv, dass es dieses Jahr passieren kann“, sagte der 29-Jährige nach seinem 6:1, 6:3, 7:6 (7:3) gegen den Franzosen Valentin Royer. „Zweieinhalb Sätze habe ich beinahe ein perfektes Match gespielt.“ Nach 2:02 Stunden stand Zverevs 50. Sieg auf Rasen fest. Am Samstag trifft er auf Marcos Giron (USA). Bei allen anderen drei Grand-Slam-Turnieren stand Zverev schon im Endspiel, in Wimbledon kam er noch nie über das Achtelfinale hinaus.DPA