KOMMENTAR

Infantino hat unverschämtes Glück

von Redaktion

Superstars im historischen Wettstreit

Diese WM ist einfach zu groß. Sie dauert gefühlt schon ewig und hat noch jede Menge Programm vor sich. Man kann auch nicht sagen, dass dieses Turnier einen speziellen Charakter entwickelt hätte, denn sie ist dezentral angelegt, ihre Hotspots liegen tausende Kilometer auseinander. Was sich etwa in Mexiko abspielt, hebt sich sehr deutlich ab von der US-Art, dem Fußball zu begegnen. Und dennoch: Die WM 2026 funktioniert.

Sie bietet nämlich wirklich Historisches. Etwas, das zudem in diese Zeit passt, in der Mannschaftssport stark über individuelle Leistungen, über Heldengeschichten wahrgenommen wird und junge Leute Fans von Spielern mehr als von Teams sind. Es gibt eine Ansammlung großer Stars, die sich diese eine Bühne teilen. Die Protagonisten sind: Lionel Messi, der sich mit einem verblüffenden Alterswerk an die Spitze der ewigen Torjägerliste setzte. Kylian Mbappé, der sich gleich dahinter einreiht und erahnen lässt, dass er eine noch berauschendere Marke erreichen wird. Und Harry Kane scort seine Engländer aus jeder Verlegenheit. Für den Goldenen Schuh sollte man sich auch seine Größe vormerken.

Es ist im Fußball gerade so, wie es im Tennis war, als Roger Federer, Rafael Nadal und Novak Djokovic, jeder ein „generational talent“, gemeinsam eine Ära bestimmten. Ohne Zweifel war dies die beste Zeit, die dieser Sport hatte. Für den amerikanischen Markt mit seiner Fixierung auf Rekorde, das nie Dagewesene, das All-Time-Greatest, ist es genau das Richtige, was sich im Soccer alias Football abspielt.

Weltmeisterschaften sind meistens gut verlaufen, und am schönsten ist es, wenn am Ende die Geschichte einer Mannschaft gefeiert wird. So ist es den meisten, die den Fußball lieben, auch recht. Kein Problem für sie, wenn dem Torschützenkönig fünf Treffer gereicht haben und er ein One-Hit-Wonder war, von dem man später nichts mehr hört und sieht.

Dem Turnier 2026 helfen der Starglanz und die Zuspitzung auf wenige Storylines. Planen konnte man das nicht, mit Messis Hoch war nicht mehr zu rechnen. Gianni Infantino, der Präsident der Fifa, der den Menschen rund um die WM mit ausbeuterischen Preisen zusetzt, hat einfach unverschämtes Glück.

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