Österreich am Boden: Mikel Oyarzabal (re.) schießt Spanien ins Achtelfinale. © Hong/dpa
Los Angeles – Die Anstoßzeit wirkte noch etwas nach Kreisliga, alles andere bewegte sich schon auf Finalniveau: Bereits um 12 Uhr Ortszeit trat Spanien am Donnerstag in Los Angeles gegen Österreich an und zog dank der Treffer von Mikel Oyarzabal (36. und 89. Minute) und Pedro Porro (66.) verdient mit 3:0 (1:0) ins Achtelfinale ein – während unsere Nachbarn trotz eines tapferen Kampfs die Heimreise antreten müssen.
Dabei war neben den sportlichen Leistungen auch die Kulisse spektakulär: Das SoFi Stadium in Los Angeles ist das teuerste Stadion der Welt. Es wurde für rund 5,5 Milliarden US-Dollar errichtet und verfügt über einen 360-Grad-Screen unter dem Dach – den weltweit größten Videowürfel, der sämtliche Spielszenen parallel in 4K-Auflösung überträgt. Zum Stadionkomplex gehören außerdem ein angelegter See, eine 6000 Zuschauer fassende Konzerthalle sowie zahlreiche Restaurants.
Doch egal, ob die 70 492 Fans, unter denen auch der spanische Superstar Javier Bardem war, das Spiel nun auf dem Rasen oder auf dem überdimensionalen Videowürfel verfolgten: Sie sahen eine Machtdemonstration der Spanier. Die „Furia Roja“ begeisterte von Spielbeginn an mit schnellen Ballstaffetten und einem überragenden Lamine Yamal, der quasi jeden Ball forderte und im Minutentakt auf die ÖFB-Abwehr zudribbelte.
Und so schien es nur eine Frage der Zeit, wann die Favoriten in diesem Sechzehntelfinale in Führung gingen. In der 36. Minute war es dann so weit: Nach einer schönen Kombination legte Marc Cucurella den Ball flach ins Zentrum, Oyarzabal traf auf Höhe des Elfmeterpunktes durch die Beine von David Alaba ins Eck. ÖFB-Torwart Alexander Schlager war machtlos und erstmals geschlagen. Kurz vor der Halbzeit verhinderte der Keeper dann Schlimmeres: Zunächst lenkte er einen Freistoß von Alex Baena stark an die Latte, den Abstauber von Yamal aus kürzester Distanz parierte er ebenfalls mit einem starken Reflex (45.).
Nach der Pause machte Spanien dann mit seinem Hochgeschwindigkeitsfußball weiter, Österreich kam aber immerhin vereinzelt zu Torchancen: Sasa Kalajdzic hatte die beste Gelegenheit per Kopf (61.), im Gegensatz zu seinem emotionalen 3:3-Ausgleich gegen Algerien beim Abschluss der Gruppenphase traf er dieses Mal aber nicht.
Und so kam es, wie es kommen musste: Nach einer Flanke des starken Baena köpfte Porro zum 2:0 ein, kurz vor Schluss schnürte Oyarzabal den Doppelpack zum 3:0. Für Österreich ist das Turnier damit beendet. Spanien brach dagegen endlich seinen WM-Fluch: Es war der erste Sieg in einem K.o.-Spiel seit dem Finale 2010. Im Achtelfinale wartet nun der Gewinner des Duells zwischen Portugal und Kroatien (nach Drucklegung dieser Ausgabe).VINZENT TSCHIRPKE