München – Fünf Starts, vier Siege und die einzige Niederlage im französischen Galopp-Derby – klar, dass Gostam am Sonntag in Hamburg als Favorit ins deutsche Derby geht, dem mit 650 000 Euro dotierten und damit wichtigsten Rennen der Saison. Weil keiner der 19 Gegner eine ähnliche Erfolgsbilanz aufweist, kommen seine Münchener Besitzer Michael Motschmann und Stefan Oschmann um die herausgehobene Stellung nicht herum.
Motschmann, der Präsident des Münchener Rennvereins, drückt das freilich vorsichtiger aus: Sein Hengst sei nur „einer der Favoriten“, er jedoch „sehr zuversichtlich, da das Pferd eine optimale Vorbereitung hatte und auch mit der Distanz zurechtkommen sollte“. Ein wichtiger Hinweis und wohl die entscheidende Frage des Rennens: Gostam bestritt noch nie ein Rennen über die deutsche Derby-Distanz von 2400 Metern, alle bisherigen Starts waren kürzer. Der ultimative Test der nötigen Steher-Qualitäten steht also aus. Anders als im französischen Derby, aber wie in den Rennen zuvor reitet Eduardo Pedroza in Hamburg, der Stalljockey von Trainer Andreas Wöhler in Gütersloh, wo Gostam trainiert wird.
Mit dabei sind am Sonntag auch zwei in München vorbereitete Pferde: Waladares und Abacus aus dem Stall von Trainerin Sarah Steinberg. Während Waladares aus dem Gestüt Ebbesloh bereits zwei Gruppe-Rennen bestritt, trat Abacus aus dem Besitz von Liberty Racing bisher nur in kleinen Rennen an. Als die großen Konkurrenten nennt Motschmann den britischen Gast Bay of Brilliance und den von Marcel Weiß trainierten Englishman.CW