Frust: Alaba (re.) nach Abpfiff. © Coskun, Rauthner/Imago
Schwach: Gregoritsch (li.) und Co. blieben ohne Torschuss.
Los Angeles – Die Statistik las sich am Ende miserabel: Keinen einzigen Torschuss brachte Österreich beim 0:3 gegen Spanien am Donnerstag auf den gegnerischen Kasten. Entsprechend verdient zog die „Furia Roja“ in Los Angeles ins Achtelfinale ein, während die ÖFB-Elf die Heimreise antreten musste.
Nach dem WM-Aus stellt sich für Österreich nun die Frage, wie das Turnier im Nachhinein zu bewerten ist: Überwiegt der Stolz darüber, erstmals seit 44 Jahren wieder die K.o.-Runde einer Weltmeisterschaft erreicht zu haben? Oder der Frust darüber, wie chancenlos man gegen Topmannschaften wie Argentinien (0:2) oder eben Spanien war?
Für den ehrgeizigen Michael Gregoritsch gilt definitiv Letzteres. „Wir sind sehr, sehr enttäuscht, dass man dann doch so weit weg war“, erklärte der Stürmer des FC Augsburg nach Abpfiff. „Wir hatten schon nach der Auslosung gewusst, dass unser Weg sehr schwer wird. Wir haben zwar das erreicht, was eigentlich jeder von uns erwartet hat. Trotzdem tut es weh, gegen Gegner wie Argentinien und Spanien zu sehen, dass wir am Ende doch so weit entfernt sind und letztlich chancenlos waren.“
Nach der zwischenzeitlichen Aufbruchsstimmung unter Trainer Ralf Rangnick hatte sich die Alpenrepublik eigentlich näher an der Weltspitze gesehen. Umso größer war nun die Ernüchterung über den deutlichen Klassenunterschied. „Wir hatten uns mehr erhofft, wollten näher dran sein. Aber gegen solche Gegner brauchst du das perfekte Spiel“, erklärte der Stürmer. „Und da fehlt uns im einen oder anderen Moment natürlich die Qualität, so klar muss man das sagen. Und auch die Erfahrung aus solchen Spielen.“
Gregoritsch spielte damit auf die Duelle der Österreicher in der Liga B der Nations League gegen Norwegen, Kasachstan und Slowenien an. Im März vergangenen Jahres verpasste der ÖFB zudem den Aufstieg in Liga A in der Relegation gegen Serbien. „Da fehlen uns sicher auch diese Nations-League-Spiele gegen die guten Mannschaften, in denen man sich ein bisschen mehr Routine aneignen könnte. Die haben wir nicht, da sind wir auch selbst schuld dran.“
Daher kam der Angreifer letztendlich zu einem recht nüchternen Schluss: „Wir haben gegen den amtierenden Weltmeister und Europameister gespielt – und die sind leider Gottes dann doch eine Nummer zu groß für uns.“VINZENT TSCHIRPKE