Im Visier Gauweilers: Nicolai Walch. © Götzfried
München – Ein belebter Nachmittag in der Münchner Innenstadt. Tausende Menschen wuseln in den Fußgängerzonen umher. Mittendrin, „am Platzl“: Ein Fanshop des TSV 1860 München. Betrieben nach wie vor von Hasan Ismaik, Kündigung des Kooperationsvertrages hin oder her. Gerade hat der Jordanier ein neues „Away-Trikot“ herausgegeben. In Grün-Gold – die Farben des Muttervereins. Ob es jemals jemand tragen wird? Unwahrscheinlich.
Unsere Zeitung will von den Besuchern des Löwen-Fanshops wissen, wieso sie nach wie vor beim Fanshop von Ismaiks Merchandising-GmbH einkaufen. Das Problem: Niemand kommt. Eine Stunde lang warten wir vergeblich. Erst „am Platzl“, später im Galeria Kaufhof am Marienplatz. Klar, kann ein Zufall sein. Doch wenig später geistern Dokumente durch das Internet, die zeigen: Ein Kassenschlager ist das frisch gelaunchte Trikot bisher nicht.
Veröffentlicht wurden diese Informationen von Nicolai Walch. Der langjährige 1860-Funktionär schrieb jüngst unter einen Post der Merchandising GmbH: „Ich würde derzeit nichts bei der Merch GmbH kaufen. Keinesfalls würde ich bei Bestellungen finanziell in Vorleistung gehen.“ Wenige Tage später landete ein Schreiben in Walchs Briefkasten. Absender war Dr. Peter Gauweiler, Anwalt von Hasan Ismaik. Die Botschaft: „Unseren Mandanten stehen aus Wettbewerbsrecht und Delikt Unterlassungsansprüche gegen Sie zu.“ Walch – selbst auch Rechtsanwalt – habe bis zum Mittwoch (8. Juli, 12 Uhr) Zeit, eine Unterlassungserklärung zurückzusenden. Dass der 43-Jährige darauf eingehen wird, ist extrem unwahrscheinlich.
Der Boykottaufruf ließe sich laut Gauweiler auch an den Verkaufs-Zahlen messen. Wörtlich heißt es: „Nach dem Pre-Launch des Away-Trikots am Ende der letzten Saison am 5. Juli 2025 erzielte die Mandantin Einnahmen in Höhe von 34.597,98 Euro. Nach dem Launch des neuen Away-Trikots am 26. Juni 2026 erzielte unsere Mandantin im gleichen Zeitraum nur Einnahmen in Höhe von 7.600 Euro.“
Zahlen, die belegen sollen: Die Verkäufe der Merchandising GmbH sind (angesichts der Lage erwartbar) eingebrochen. Die Zukunft der Firma, die sich Fanshops an insgesamt fünf (!) Standorten leistet, ist ungewiss. Wie so vieles beim völlig zerrütteten TSV 1860.MARCO BLANCO UCLES