One-Man-Show in Roth

von Redaktion

Laidlow siegt mit Weltbestzeit, Siffert feiert Coup – Lange hört auf

Überraschte alle: Alanis Siffert. © Karmann/dpa

Sam Laidlow sorgte in Roth für die Sensation schlechthin: Er gewann mit neuer Weltrekordzeit. © Karmann/dpa

Roth – Als Sam Laidlow in das Stadion im Triathlon-Park von Roth einlief, zog er getragen vom Jubel der Tausenden Zuschauer noch einmal das Tempo an, nahm immer wieder die Hände vors Gesicht und schüttelte ungläubig den Kopf. Mit einer grandiosen Leistung holte sich der Franzose nicht nur den zweiten Sieg nacheinander beim Klassiker in Franken. In 7:21:04 Stunden stellte der 27-Jährige zudem eine Weltbestzeit über die Langstrecke auf.

„Ich war am Kämpfen, aber mein Team, meine Freundin und die Zuschauer haben mich ins Ziel getragen“, sagte Laidlow. Lob kam vom dreimaligen Ironman-Weltmeister Jan Frodeno, der zehn Jahre zuvor in Roth eine Weltbestzeit aufgestellt hatte. „Einfach toll die Leistung von Sam“, sagte der 44-Jährige, der vor zwei Jahren seine Karriere beendet hat.

Laidlow verwies den großen Favoriten Kristian Blummenfelt aus Norwegen mit einem Vorsprung von 5:20 Minuten auf den zweiten Platz – und nahm ihm die bisherige Weltbestmarke über 3,86 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen ab. Für die größte Überraschung sorgte der Leipziger Rico Bogen. Bei seinem ersten Triathlon über die Langstrecke mischte der Weltmeister von 2023 über die halb so lange 70.3-Strecke dank einer starken Leistung auf dem Rad lange vorn mit und wurde Dritter. Der dreimalige Ironman-Weltmeister Patrick Lange (39) hatte keine Chance und kündigte an, 2027 seine Karriere in Roth zu beenden.

Wie Laidlow war auch Frauen-Siegerin Alanis Siffert begeistert von der Stimmung der geschätzt 300.000 Fans. „Ihr habt mir heute alle Flügel gegeben“, rief die Schweizerin den Zuschauern im Ziel zu. Die Vorjahresdritte gewann in 8:09:09 Stunden vor der britischen Favoritin Lucy Charles-Barclay, die 7:32 Minuten mehr benötigte. Beste Deutsche war die Leipzigerin Caroline Pohle. Sie erlebte wie Rico Bogen ihr Langstrecken-Debüt und überzeugte als Fünfte.

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