Spektakel in Silverstone

von Redaktion

Leclerc gewinnt erstmals seit fast zwei Jahren – Antonelli punktlos – Verstappen raus

Kimi Antonellis Mercedes war nicht mehr zu retten.

Erster Sieg seit Herbst 2024: Ferrari-Pilot Charles Leclerc macht den WM-Kampf weiter spannend – Max Verstappen kann nicht profitieren. © Powell/EPA (2)

Silverstone – Das Wechselspiel geht weiter, der Titelkampf der Formel 1 spitzt sich zu: Charles Leclerc hat beim ereignisreichen Großen Preis von Großbritannien seinen ersten Saisonsieg eingefahren und ist damit der vierte Sieger in den vergangenen vier Rennen. Der Monegasse setzte sich in Silverstone vor Mercedes-Pilot George Russell und seinem Ferrari-Teamkollegen Lewis Hamilton durch. Weil WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli im anderen Silberpfeil spät mit einem technischen Defekt zurückfiel, nimmt das Titelrennen weiter Fahrt auf.

„Endlich!“, funkte Leclerc an die Box, zuletzt hatte er im Herbst 2024 gewonnen: „Harte Arbeit zahlt sich aus“, er sei „so unglaublich froh“. Die Scuderia zeigte damit erneut, dass sie Mercedes in diesem Jahr herausfordern kann. „Wir müssen noch arbeiten, um die Lücke vollständig zu schließen“, sagte Hamilton, „aber das Jahr läuft fantastisch.“

Antonelli dagegen fluchte auf Platz zwei liegend schon zehn Runden vor Rennende über Funk: „Irgendwas ist kaputt“. Der nun langsamer werdende Italiener versuchte wenigstens noch ein paar Punkte zu sammeln – vergeblich. Weil Max Verstappen auf Platz drei liegend von der Strecke abkam, gab es dann noch ein spätes Safety Car. Ferrari, zu dem Zeitpunkt mit beiden Autos an der Spitze, entschied, auf frische Reifen zu wechseln. Russell schob sich dadurch an Hamilton vorbei auf Platz zwei – und hielt diesen, weil das Rennen hinter dem Safety Car beendet wurde. In der WM-Wertung rückt Russell nun auf 25 Punkte an Antonelli heran, Hamilton ist weitere sieben Zähler von der Spitze entfernt.

Für Nico Hülkenberg geht der Punktefluch derweil weiter. In Runde 38 musste der Emmericher sein Auto abstellen, in den Punkterängen hatte er nicht gelegen. Hülkenberg wartet weiter auf seine ersten Zähler der Saison. 2025 war er in Silverstone noch sensationell auf den dritten Platz gefahren und hatte nach 15 Jahren Wartezeit sein erstes Podium in der Formel 1 bejubelt.

Auch neben der Strecke stieg die Betriebstemperatur. Die Teamchefs Fred Vasseur (Ferrari) und Toto Wolff (Mercedes) lieferten sich ein Scharmützel hinsichtlich des Wettrüstens und der Kostenobergrenze. Derartige Bedenken von Wolff fasste Vasseur als Betrugsvorwurf auf. „Fred geht schnell sehr leicht an die Decke, aber so ist es, ich kenne ihn 25 Jahre“, sagte Wolff.

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