Kämpfte verbissen: Florian Lipowitz. © Sisk/Imago
Barcelona – Gemeinsam stiegen Remco Evenepoel und Florian Lipowitz am Sonntagmorgen in den Teambus Richtung Etappenstart in Tarragona. Diesmal musste der belgische Olympiasieger nicht auf seinen deutschen Kollegen warten. Dies hatte Evenepoel allerdings auch am Vortag im Teamzeitfahren der Tour de France in Barcelona nicht getan. Vorerst schienen die Rollen bei Red Bull-Bora-hansgrohe danach verteilt: Remco vorne, Lipo im Schatten des Stars – doch das kann dem ruhigen Ulmer nur recht sein.
„Es ist immer hart, in eine Tour reinzukommen. Die Tage davor sind immer stressig“, sagte Lipowitz nach einem Auftakt, der ihm zwar etwas frühzeitigen Rückstand, aber auch wertvolle Erkenntnisse brachte: „Die Beine waren noch nicht ganz so gut, aber ich bin trotzdem ganz happy.“ Fahren Sie weiter – hier ist nichts passiert! Wirklich? Evenepoel wunderte sich nach dem Zeitfahren, in dem er seinen „Co-Kapitän“ am letzten Anstieg abhängte: „Keine Ahnung, was mit Florian passiert ist.“
„Ich glaube, es hatten viele heute auch Probleme mit der Hitze. Es war ja super warm“, sagte Lipowitz, nachdem er am Sonntag bei der Kletterpartie am Montjuic den 16. Platz belegt hatte. In der Gesamtwertung büßte er dabei weitere zehn Sekunden ein und steht als Achter 45 Sekunden hinter dem Gesamtführenden Jonas Vingegaard aus Dänemark, der das Gelbe Trikot trägt. Nicht viel, aber „mehr als erhofft“, wie Teamchef Ralph Denk sagte.
Er sei aber „ganz happy“, so Lipowitz. „Ich verliere ein paar Sekunden, aber grundsätzlich kann ich doch heute zufrieden sein“, sagte er. „Die Beine haben sich schon mal besser angefühlt als gestern. Ich habe mich ein bisschen schwergetan mit dem Positionieren und dann ging leider am Schluss die Lücke auf.“ Der Rundkurs mit kurzen Anstiegen an Barcelonas Stadtberg Montjuic, der dreimal bewältigt werden musste, habe ihm nicht gelegen. Frankreichs Hoffnungsträger Paul Seixas (Decathlon-CMA CGM) zog als Etappen-Neunter mit drei Sekunden Rückstand auf die UAE-Doppelspitze aber an Lipowitz vorbei.SID