Klopp und Magenta hängen die Öffis ab

von Redaktion

115 Millionen Zuschauer alleine in der Gruppenphase

Hochzufrieden: Telekoms TV-Boss Butzen. © Foto: Telekom

Die drei von der Telekom-Stelle: Müller, Klopp und Hummels (v.li.) in der Analyse. © Hörhager/dpa

New York – Thomas Müller imitiert Marko Arnautovic im österreichischen Dialekt, Mats Hummels glänzt mit klugen Analysen, und Jürgen Klopp ist ohnehin allgegenwärtig: Quasi mit dem Mikrofon in der Hand ist der charismatische Experte vom TV- zum bald wohl wahren Bundestrainer aufgestiegen. Die brisante „Noch“-Debatte schadete weder ihm noch MagentaTV.

Ganz im Gegenteil: Auch dank seines ultrabeliebten Expertentrios ist die Fußball-WM in den USA, Mexiko und Kanada für den Streamingdienst der Telekom schon jetzt ein voller Erfolg – und das, obwohl in New Jersey erst in knapp zwei Wochen um den goldenen Pokal gespielt wird. „Die Resonanz auf MagentaTV bei dieser WM ist herausragend und übertrifft unsere Erwartungen deutlich“, frohlockt Arnim Butzen, TV-Chef der Telekom.

115 Millionen Zuschauer soll der Streaminganbieter allein während der Gruppenphase vor die Smartphones, Tablets und Fernsehbildschirme gelockt haben – ein Plus von über 66 Prozent gegenüber der gesamten EM 2024 in Deutschland, wie die Telekom in einer Mitteilung jubelte. Mitte des vergangenen Jahres hatte sich das Unternehmen die exklusiven Übertragungsrechte für alle 104 WM-Spiele gesichert. Für die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF blieben durch erworbene Sublizenzen lediglich insgesamt 60 Partien. Die Telekom freilich griff für das XXL-Paket tief in die Tasche. Ein Investment, das sich nun bezahlt macht – zumindest, was die Reichweite angeht.

Konkrete Zahlen nennt das Unternehmen zwar nicht, „wir sehen allerdings ein riesiges Interesse an unserem Produkt und eine ausgesprochen positive Entwicklung rund um das Turnier“, sagt Butzen, „sei es bei Absätzen, bei Werbeerlösen“, oder eben: „bei Reichweiten“. Dabei helfen Experten wie Hummels, Müller und vor allem Klopp, dem Butzen „fachlich messerscharfe, pointierte und extrem unterhaltsame“ Taktik-Analysen bescheinigt: „Das sind schon fast Master-Classes im Vier-Minuten-Format.“

Darüber hinaus gelingt es MagentaTV, pures WM-Feeling in die deutschen Wohnzimmer zu transportieren: Während etwa die ZDF-Experten Christoph Kramer, Per Mertesacker und Christian Streich im Berliner Studio weit weg vom Geschehen sind, klatschen Klopp und Müller auf dem WM-Rasen mit Lionel Messi ab. Die öffentlich-rechtlichen Sender setzen überwiegend auf kostengünstige Remote-Produktion aus der Heimat, MagentaTV zeigt die Spiele auf drei Kanälen und sendete jeden Morgen den Breakfast Club, der die Partien aus der Nacht aufarbeitete.

Die Kosten für diesen Aufwand sind immens, laut „Bild“ wird in Branchenkreisen von einem Preis von rund 200 Millionen Euro allein für die Rechte gemunkelt. „Die WM ist eine große Investition für uns“, sagte Rodrigo Diehl, der im Telekom-Vorstand für das Deutschland-Geschäft zuständig ist, vor dem Turnier der „SZ“. Sie sei aber „wohlüberlegt“.

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