Kloppos stiller Strippenzieher

von Redaktion

Berater Marc Kosicke führt die Bundestrainer-Verhandlungen mit dem DFB

Berater: Kosicke. © Imago

New York – Wenn DFB-Präsident Bernd Neuendorf und sein Vize Hans-Joachim Watzke diese Woche in den Flieger über den großen Teich steigen, haben sie ein Ziel: New York. Dort weilt nicht nur Wunsch-Bundestrainer Jürgen Klopp, sondern auch sein Noch-Arbeitgeber Red Bull hat im Big Apple sein USA-Büro.

Das DFB-Duo wird vor allem darum bemüht sein, mögliche Ablöseforderungen von RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff so weit wie nur möglich zu drücken. Denn der Vertrag von Kloppo als „Head of Soccer“ läuft nämlich noch bis zum Jahr 2029. Mintzlaff, Neuendorf und Watzke sind aber nicht die Einzigen am Verhandlungstisch.

Bei den Verhandlungen mit dem DFB steht Jürgen Klopp sein Manager Marc Kosicke zur Seite, der sich schon länger bei der WM vor Ort aufhält. Der 55-Jährige ist so etwas wie der Erfinder des Trainer-Beraters, der sich auch um Verträge mit Sponsoren kümmert und seinen Mandanten als Coach dient. In der Branche ist er als seriöser Fachmann hochgeachtet.

Der in Kassel wohnhafte Bremer berät mit seiner Firma „Projectfive“ für „individuelles Management für Athleten und Personalities“ unter anderem auch Darmstadt-98-Chefcoach Florian Kohfeldt und Bo Svensson (FC Kopenhagen). Ehe Julian Nagelsmann 2021 zu Volker Struth in dessen Agentur „Sports 360“ wechselte, hatte sich Kosicke jahrelang um den Ex-Bundestrainer gekümmert.

Ursprünglich hatte Kosicke, früher ein glühender Werder-Fan, die Agentur „Projekt b“ im Jahr 2007 an der Seite von Oliver Bierhoff gegründet. Der Ex-DFB-Manager schied Ende 2017 aus der Firma aus. Büros gab es zwischenzeitlich in Mainz und Eltville.

Kosicke hat den Bayern-Slogan „Mia san mia“ entwickelt und etabliert. Er leitete, nachdem er Uli Hoeneß im Flugzeug kennengelernt hatte, 2008 wochenlang ein Projekt zur Ausarbeitung der Vereinswerte und schlug den Claim vor. Einer der Gründe: Er habe es „als kleiner Junge im Weserstadion gehasst, wenn die Bayern mit dieser Mia-san-mia-Attitüde kamen und in der 90. Minute noch gewonnen haben“.

Werder Bremen wollte ihn 2012 nach dem Abgang von Klaus Allofs als Sportdirektor verpflichten. Kosicke sagte nach längerer Bedenkzeit schließlich ab. Der Absolvent der Deutschen Sporthochschule Köln arbeitete sowohl für Adidas als auch für Nike. Zu seinen Klienten gehören auch Handballer Juri Knorr und Zehnkämpfer Niklas Kaul.JCM

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