Spektakuläres Finale: Thilo Rietschel und Partner Momme Lorenz verloren knapp. © Stegemann/IMAGO
Gstaad? München! Nils Ehlers (r.) und sein Partner Lui Wüst traten nach der verlorenen Qualifikation in der Schweiz in München an. © Justus Stegemann
München – Am Ende wollte sich auch der Star gar nicht mehr von München trennen. Mit versonnenem Blick schaute Nils Ehlers, der Olympia-Zweite von Paris, der Beachvolleyball-Partygemeinde auf den Tribünen zu, wiegte die kleine Glastrophäe in seinen Händen, um dann ins Mikrofon zu krähen: „Ihr seid der Wahnsinn!“
Da war fast vergessen, dass die Woche für ihn und Interimspartner Lui Wüst zuvor wenig Erbauliches gebracht hatte. Beim Welt-Turnier in Gstaad waren beide in der Qualifikation gescheitert. Doch bei der German Beach Tour (GBT) im Olympiapark hielten sich die beiden mit dem Titel schadlos.
Für die GBT-Macher war das nur noch ein Nebengeräusch. Der erste von zwei Münchner Tourstopps war schon lange als Erfolg verbucht. Die Hütte war voll, die Stimmung ausgelassen. Karten für die 1600 Plätze bietende Übergangsarena waren schon seit Wochen rar. So wie sie es auch an den vorangegangenen Stationen in Düsseldorf und Berlin gewesen waren.
Und das ist schon eine außergewöhnliche Entwicklung für eine Turnierserie, die vor wenigen Jahren noch als „tot und begraben“ angesehen wurde, wie GBT-Chef Alex Walkenhorst sagte. Der Ex-Beach-Profi und sein Team richten auch das hochkarätige Weltranglisten-Turnier in Hamburg aus. Doch das Kuriose ist: Das Treffen der Besten des Erdballs verkaufte sich vergleichsweise zäh.
Die nationalen Wettbewerbe aber sind ein Renner. Sport ist der Anker in einer mehrtägigen Party, in der der kreative Walkenhorst die Partygemeinde auch noch in einem Managerspiel am Geschehen teilhaben lässt. „Den Leuten reicht das, sie kommen, um eine gute Zeit zu haben“, sagte der 37-Jährige.
Am kommenden Wochenende wird man das noch ein zweites Mal in München beobachten können. Dann zieht die GBT via Hamburg nach Dortmund, wo seit diesem Jahr die Deutschen Meister gesucht werden. Nils Ehlers wird man dazu sicher nicht mehr überreden müssen.RP