Erleichterung pur: Pogacar hängte auf dem Weg hinauf ins Pyrenäendorf Les Angles alle ab. © Horcajuelo/EPA
Les Angles – Dieses Mal bejubelte Rad-Superstar Tadej Pogacar seinen 22. Etappensieg bei der Tour de France mit weit ausgebreiteten Armen. Und holte sich als Belohnung auch noch das Gelbe Trikot von seinem großen Rivalen Jonas Vingegaard. „In der Mitte des Rennens haben wir uns dazu entschieden, dass der Etappensieg möglich ist“, sagte er. „Ich bin sehr glücklich, dass wir die Tour so gestartet haben.“
Folgen konnte Pogacar auf den letzten Metern beim Finale hinauf ins Pyrenäendorf Les Angles keiner. Zwei Sekunden nach Titelverteidiger Pogacar (UAE Emirates-XRG) erkämpfte sich der Däne Vingegaard (Visma-Lease a Bike) Rang zwei, muss das Maillot jaune trotz gleicher Zeit aber abgeben – Sekundenbruchteile aus dem Zeitfahren gaben den Ausschlag zugunsten Pogacars. Tokio-Olympiasieger Richard Carapaz (EF Education-EasyPost) wurde zeitgleich mit Vingegaard Dritter.
Auch Florian Lipowitz war gegen den Angriff des Dominators machtlos. Der Vorjahresdritte verlor als Siebter auf den 195,9 Kilometern erneut wertvolle Sekunden und liegt nun 53 hinter Pogacar auf Gesamtrang sieben. Sein belgischer Teamkollege Remco Evenepoel beim deutschen Rennstall Red Bull-Bora-hansgrohe kam zeitgleich, aber direkt hinter dem Ulmer an, im Klassement belegt der Doppel-Olympiasieger weiter den dritten Platz mit 23 Sekunden hinter dem Spitzenduo.
Pogacar feierte in Les Angles, wo in rund 70 Kilometern Entfernung Waldbrände wüten, seinen 122. Profisieg sowie den 22. bei der Frankreich-Rundfahrt – und nimmt Kurs, den Rekord von fünf Gesamtsiegen einzustellen.
Pogacar nimmt Kurs auf den Gesamtsieg-Rekord
Erst am Vorabend war beschlossen worden, die dritte Etappe trotz der sich rasch ausbreitenden Waldbrände stattfinden zu lassen, allerdings nicht wie geplant. Nach dem Grenzübertritt von Spanien nach Frankreich sollten Zuschauer der Strecke fernbleiben, auch die beliebte Werbekarawane bog nicht ins Mutterland der Tour ein. Zudem wurden die Sicherheitsvorkehrungen verschärft.
Trotz der hohen Temperaturen von teilweise über 35 Grad schlugen die Fahrer schon zu Beginn ein enorm hohes Tempo an, erst nach zwei Stunden formierte sich erfolgreich eine größere Fluchtgruppe. Das Hauptfeld aber ließ die Ausreißer an der kurzen Leine. Bei der Überquerung nach Frankreich betrug der Vorsprung knapp anderthalb Minuten.
Das UAE-Team bestimmte im Peloton das Tempo, immer mehr Fahrer fielen zurück. Der letzte Ausreißer, der Franzose Alex Baudin, war elf Kilometer vor dem Ziel gestellt. Anschließend bereiteten Pogacars Helfer dessen Angriff vor, ehe sich der viermalige Sieger löste.SID