Es ist offiziell: An den Kameruner Roger Milla wird Cristiano Ronaldo nicht mehr herankommen. 42 Jahre und 39 Tage war der Kultstürmer 1994 alt, als er bei der WM in den USA einnetzte – Ronaldos letzter Treffer gelang ihm, als seine biologische Uhr 256 Tage weniger anzeigte. Dass sich der fünfmalige Weltfußballer dennoch nicht mit leeren Händen von der großen WM-Bühne verabschiedet, versteht sich von selbst: Ältester Torschütze für Portugal darf er sich nennen, dazu ist er der erste Spieler, der bei sechs (!) WMs getroffen hat. Man kann dafür gar nicht genug Hüte ziehen – und trotzdem sei zum Abschluss unter Tränen die Frage erlaubt: Hat er seinem Land 2026 noch etwas gebracht?
„Ja“ dürften diejenigen unter den Fußball-Experten sagen, die ihre Antwort auf Aufmerksamkeit und Strahlkraft beziehen. Ronaldo-Krise zum Start, Ronaldo-Rufe „Ich bin zurück“ nach dem Doppelpack gegen Usbekistan, Ronaldo-Routine beim Elfmeter gegen Kroatien: Es war gewohnt viel Ronaldo, wenn es bei diesem Turnier um Portugal ging. Aber es war doch deutlich weniger Ronaldo auf dem Platz als Lionel Messi, Erling Haaland, Kylian Mbappé oder Harry Kane an anderen Stellen. Sieht man die Sache also unter sportlichen Gesichtspunkten, landet man bei „Jein“ – Tendenz „Nein“.
Das Achtelfinal-Aus gegen Spanien schmerzt dieses Land, das mit Spielern wie Vitinha, Joao Neves, Nuno Mendes oder Bruno Fernandes zu Recht von mehr geträumt hat. Aber es markiert auch eine neue Zeitrechnung. Ab der WM 2030 ist das Team der Star. Und Ronaldo Zuschauer wie Roger Milla.