Gibt aktuell die Anweisungen: Alper Kayabunar. © Imago
Gute Arbeit geleistet: Sven Bender. © Zink/Imago
Unterhaching – Mit dieser Nachricht war nicht unbedingt zu rechnen. Nach diversen Vorbereitungsspielen, dem gemeinsamen Trainingslager in Schlanders und zwei Wochen vor dem Regionalliga-Auftakt, muss die SpVgg Unterhaching auf Trainersuche gehen.
Sven Bender (Trainerteam inklusive) ist von seinem Amt zurückgetreten und hat diese Entscheidung am Dienstag der Mannschaft mitgeteilt. Es gab keinen großen Knall, kein böses Blut. Es ist vielmehr eine Mischung aus mehreren Faktoren, die zu diesem Entschluss geführt hat.
Ergibt sich dadurch eine neue Chance für den TSV 1860? Bender soll eine Wunschlösung von Teilen des Präsidiums sein, zudem wird Manfred Paula ein guter Draht zu dem 37-Jährigen nachgesagt. Bender spielte in der Jugend für die Löwen, sammelte dort seine ersten Erfahrungen im Profibereich. Der verlorene Sohn also, der die Löwen zurück in die 3. Liga führt? Ein Blick durch die rosarote Brille darf auch in der aktuell eher tristen blauen Lebensrealität erlaubt sein.
15 Tage vor dem Start in die Regionalliga hat 1860 nämlich noch immer keinen rechtskräftigen Kader. Der Grund ist bekannt: Die Spielerverträge liegen weiter bei der insolventen KGaA, das Spielrecht dagegen beim e.V. Nach Informationen unserer Zeitung soll bis nächste Woche Klarheit herrschen. Erst dann könnte aus dem aktuellen Trainingskader auch juristisch eine Mannschaft werden.
Zumindest der Schattenkader nimmt Konturen an. Die Rechnung: Zwei Drittel, ein Drittel. Das Grundgerüst trainiert seit vier Wochen unter Alper Kayabunar, einige Stützen aus dem letztjährigen Drittligateam sollen es ergänzen. Torhüter Thomas Dähne gehört zu den Wunschkandidaten, ebenso Tunay Deniz sowie die beiden Stürmer Florian Niederlechner und Patrick Hobsch.
Und sonst? Matthew Collins, Sohn von Sänger Phil Collins, trainiert seit Beginn der Vorbereitung mit. Neu hinzugekommen ist Julian Bell, zuletzt bei Chemie Leipzig. Auch Emanuel Taffertshofer ist nach seinem Abschied aus Zypern ein Kandidat für ein 1860-Comeback. Ebenso Herzenslöwe Fabian Greilinger, dessen Vertrag in Wiesbaden ausgelaufen ist.
Die größte Sorge gilt aktuell den Spielern, die 1860 unbedingt halten möchte. Allen voran Samuel Althaus, der sich bereits ins Blickfeld gespielt hat. Nach unseren Informationen hat der 20-Jährige den Berater gewechselt. Die Tendenz: Er würde bleiben – wenn sich zeitnah etwas bewegt. Begehrt sind auch die beiden U-Nationalspieler der Löwen: Loris Husic (Österreich) und Emre Erdogan (Türkei).
Beide durften sich in der Vorsaison kaum in der 3. Liga zeigen – tragende Rollen in der Regionalliga könnten sie zum Bleiben bewegen. Schließlich Lasse Faßmann: Von den Talenten ist er in der Entwicklung am weitesten. Eine Führungsrolle bis hin zur Kapitänsbinde könnte ihn reizen.
Dabei bewegt sich 1860 auf juristisch heiklem Terrain. Lassen sich die KGaA-Verträge einfach so zum e.V. transferieren? Die Uhr tickt. In zehn Tagen beginnt der Totopokal, in gut zwei Wochen die Regionalliga. In Kürze wird der BFV den Spielplan bekannt geben – vielleicht erzeugt das den nötigen Druck, damit sich bei 1860 endlich was bewegt.ULK, NMS