Spektakel pur: Der GP am Sachsenring. © Michael/dpa
Hohenstein-Ernstthal – Die Rekordmarke wackelt schon wieder. Auch in diesem Jahr werden weit mehr als 200.000 Menschen auf den Sachsenring strömen. Zuletzt gab es für den Motorrad-GP auf dem Traditionskurs sogar eine ganz spezielle Würdigung. Im April wurde die Fankultur ins Sächsische Kulturerbe aufgenommen – und sogar für das Bundesweite Verzeichnis vorgeschlagen. Im Jubiläumsjahr könnte es durchaus soweit sein.
Ab Freitag dröhnen wieder die Motoren, so wie bei der Geburtsstunde am 26. Mai 1927 beim 1. Badberg-Viereck-Rennen zu Himmelfahrt. Schon damals kamen 130.000 Zuschauer zum Spektakel, heute sind es doppelt so viele. Doch nicht nur die Fans wissen den Großen Preis von Deutschland zu schätzen, wertvoll ist der WM-Lauf auch als Wirtschaftsfaktor.
Hotelzimmer sind schwierig zu bekommen, besonders nahe der Strecke. Kurzfristig geht wenig bis nichts, sofern Geld eine Rolle spielt. Die Branche erlebt jedes Jahr im Juli ein goldenes Wochenende, auch Restaurants, Tankstellen und Touristenattraktionen haben Rekordumsätze. Der wirtschaftliche Gesamtnutzen beim Grand Prix liegt laut MotoGP bei 128 Millionen Euro. Und was in Sachsen passiert, wird in die Welt transportiert. Über 400 Journalisten aus 18 Nationen waren im Vorjahr akkreditiert.
2022 wurde mit 232.202 Besuchern über die drei Tage der vorherige Rekord aus 2011 (230.133) geknackt. Die Zahl stieg danach von 233.196 (2023) über 252.826 (2024) auf 256.441 (2025), und die Tendenz bleibt. Der Vorverkauf lief ausgezeichnet, man darf gespannt sein, wie die Bilanz am Sonntag ausfällt.
Warum ist das so? Weil der Sachsenring tatsächlich „mehr als eine Rennstrecke“ ist, und es bei weitem nicht nur um Sport, um MotoGP, Moto2 und Moto3 geht. Denn deutsche Fahrer sind, wie auch schon 2024 und 2025 nicht dabei. Für den Grand Prix ist das schade, aber nicht wirklich ein Problem. Der Star ist dort schließlich die Rennstrecke selbst.SID