No Scotland, no Party: Die Schotten sorgten für gute Laune – und leere Biergläser. Aber auch Hot Dogs waren sehr gefragt. © AFP/ Milligan
Jung und Alt: Yamal betritt die WM-Bühne (li.), CR verlässt sie.
Rudern für den WM-Titel: Die Norweger zelebrieren den schönsten Jubel der WM. © Wasson/Hales/ Stockwell/AFP
New York – Noch eine gute Woche WM, noch acht Spiele inklusive Viertelfinals – aber wenn 96 von 104 Partien absolviert sind, lassen sich die Trends eines Turniers schon bestens ableiten. Die erste XXL-WM der Fifa hat vom Rot-Skandal um US-Stürmer Folarin Balogun über die Wundertüte Cap Verde hin zu packenden K.o.-Duellen eine Menge Stoff geliefert, die lustigsten Geschichten aber liegen im Detail. Oder hätte jemand gewusst, dass der Belgier Youri Tielemans schon knapp 62 gelaufene Kilometer in den Beinen hat, Kylian Mbappé mit 37,6 km/h Sprintgeschwindigkeit in jeder 30er-Zone geblitzt werden würde und alleine während der Achtelfinals mehr als 55.000 Tüten Snacks verdrückt wurden? Zeit für die kuriosesten Zahlen der laufenden WM.
Besonders stolz ist die Fifa freilich auf die Auslastung der 16 WM-Stadien, die sie mit 99,7 Prozent angibt. 6.259.584 Fans haben ein WM-Spiel in den USA, Kanada und Mexiko im Stadion verfolgt, sie sahen dabei 92.435 Pässe und 280 Tore. Das Stadion von Mexiko-Stadt trieb den Schnitt mit 80.824 Plätzen nach oben, Historisches aber leistete die mit 70.649 Zuschauern ausverkaufte Kulisse in Dallas: Sie ließ die Gesamtzuschauerzahl der Weltmeisterschaften auf über 50 Millionen steigen. Ein Meilenstein, von 1930 bis 2026.
Vor 96 Jahren ging es freilich noch anders zu. Weniger Teams, weniger Fans – und kein Internet. Heuer ist das digitale Engagement rekordverdächtig: Um 130 Prozent sind die Impressionen in den sozialen Medien, um ganze 485 die Videoaufrufe gestiegen. Bestes Beispiel: Das Video zur „Viking Row“-Jubelfeier der Norweger ist mit 174 Millionen Aufrufen das meistgesehene auf TikTok. Der Auftritt von Shakira und Burna Boy mit „Dai Dai“ beim Eröffnungsspiel wurde 135 Millionen Mal auf Instagram und 49 Millionen Mal auf YouTube angesehen. Insgesamt wurden während des Turniers auf allen Plattformen 54 Millionen neue Follower gewonnen, darunter allein 23 Millionen auf TikTok. Auch die „Gaming“-Rate ist enorm: Über 100 Millionen Stunden Spielzeit wurden bisher generiert. Die Digitalisierung aber hat freilich auch ihre Kehrseite: So wurden nach Fifa-Angaben bereits mehr als eine Milliarde Cyberangriffe abgewehrt – 11.000 über bösartige Domains.
Mit all diesen Themen sind 43.328 Freiwillige beschäftigt, dazu 4.738 Fifa-Mitarbeiter und 5.230 akkreditierte Journalisten. Für sie alle wurden bereits 13 Petabyte an Daten über mehr als 100.000 Meilen verlegtes Glasfaserkabel übertragen. Damit hätte man die Welt viermal umrunden können. Eine nicht ganz so lange, aber dennoch beachtliche Strecke würden übrigens die 420.000 bis nach den Achtelfinals verkauften Hot Dogs ergeben, wenn man sie aneinanderreiht: 63 Kilometer Würstchen im Brot, das entspricht mehr als 700 Fußballfeldern. In diesem Sinne: guten Hunger auf den Rest der WM!H. RAIF, M. BONKE