King Arthur vs. König Zverev

von Redaktion

Märchen-Halbfinale in Wimbledon

31 Jahre nach Becker: Zverev will ins Finale. © Hall/EPA

London – Auch Alexander Zverev weiß, wie gute Märchen geschrieben werden. Für seinen Traum vom zweiten Grand-Slam-Triumph in Folge muss er in Wimbledon aber die Rolle des Bösewichts übernehmen, schließlich will er das magische „Fery-Tale“ in Wimbledon beenden – und Millionen britischer Herzen brechen.

Natürlich wisse er, „dass 99 Prozent der Zuschauer ihn anfeuern werden“, sagte Zverev vor seinem Halbfinale am Freitag (14.30 Uhr) gegen das Wimbledon-Wunder Arthur Fery. Der 23 Jahre alte Brite steht im All England Club sensationell in der Runde der letzten vier und lässt auf den ersten Heimsieg seit Andy Murray 2016 hoffen. Doch Zverev, der spätestens nach dem dominanten Sieg gegen seinen ehemaligen Angstgegner Taylor Fritz vor Selbstvertrauen strotzt, freut sich auf sein Auswärtsspiel auf dem heiligen Rasen. „Ich genieße solche Atmosphären auch. Ich mag es, wenn die Energie richtig hoch ist“, sagte Zverev.

In England ist der Hype um ihren „King Arthur“, der fünf Minuten entfernt von Wimbledon aufwuchs, immens. Die Titelseiten gehören alle Fery, der als erst zweiter Spieler eine Wildcard erhielt und es dann bis in das Halbfinale schaffte. Der Weltranglisten-114. bezwang im Viertelfinale den Italiener Flavio Cobolli und hofft auf ein weiteres Wunder. „Zverev ist nochmal ein größeres Level“, sagte Fery, der ausgerechnet am Finaltag seinen Geburtstag feiert: „Aber ich bin bereit. Ich habe nichts zu verlieren.“

Zverev hingegen hat die große Chance auf die erste deutsche Finalteilnahme im Männer-Einzel seit Boris Becker vor 31 Jahren. Dennoch geht er mit großem Respekt in die „harte Herausforderung“ gegen den Lokalmatadoren. „Ich finde, er hat es verdient“, sagte Zverev: „Es ist eine tolle Geschichte.“ Ein Märchen, das aber kein britisches Happy End bekommen soll.SID

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