Es gibt Fußballspiele, die schaut man wegen der Mannschaften. Und dann gibt es Spiele, die schaut man wegen Cristiano Ronaldo. Portugal gegen Spanien gehörte für mich zur zweiten Kategorie. Natürlich wegen seines Fußballs. Alles andere wäre ja furchtbar oberflächlich. Ein kleines bisschen habe ich trotzdem auf das „Siuuuuu“ gewartet. Gefühlt gehört dieser Jubel inzwischen genauso zum Fußball wie der Ball selbst. Irgendwo gibt es schließlich immer ein Kind, das mit ausgebreiteten Armen über den Bolzplatz rennt und sich für zwei Sekunden wie Ronaldo fühlt.
Doch diesmal blieb es still. Und Ronaldo kämpfte nach dem Schlusspfiff mit den Tränen. Wenn man mit 41 immer noch aussieht wie aus einer Parfümwerbung und dann trotzdem verliert, tut das wahrscheinlich doppelt weh.
Und dann ist da noch Lamine Yamal. Gerade mal 18 Jahre alt und spielt, als hätte er schon drei Fußballleben hinter sich. In diesem Alter habe ich noch überlegt, welchen Klingelton mein Handy bekommen soll. Irgendwie ist Fußball schon seltsam. Da steht einer auf dem Platz, den gefühlt die halbe Welt seit über 20 Jahren kennt. Einer, der aussieht, als würde er morgens mit einem Personal Trainer und einem Hautarzt frühstücken. Und trotzdem reicht manchmal ein einziges Tor, damit selbst eine Legende den Platz unter Tränen verlässt. Vielleicht ist genau das der Grund, warum wir Fußball so lieben. Weil selbst die Größten irgendwann merken, dass die nächste Generation längst bereitsteht. Irgendwann war auch Ronaldo der 18-Jährige, über den alle gesprochen haben. Heute ist es Lamine Yamal.