Löwen bald ohne Löwe?

von Redaktion

Streit um 1860-Logo: Neue Spielbetriebs-GmbH setzt auf Wappen der Fußball-Abteilung

Kultlogo: Ob der Löwe auch künftig die Brust der 1860-Profis ziert, ist offen. © dpa

Logo der Fußball-Abteilung: Der e.V. nutzt es auf seinem neuen Instagram-Kanal.

München – Seit Donnerstag kennen die Löwen den Spielplan für die Regionalliga, seit Freitagabend auch ihren ersten Gegner im Totopokal: Es geht zum Kreisliga-Absteiger SV Eintracht Berglern (Landkreis Erding). Damit fällt der Startschuss für die neue Saison. Die Frage ist nur, ob allen Beteiligten bewusst ist, wie groß der Zeitdruck ist.

Zwar ist der TSV 1860 zum Auftakt der Regionalliga wegen der ungeraden Zahl von 19 Mannschaften spielfrei. Sein erstes Pflichtspiel bestreiten die Löwen deshalb im Totopokal – spätestens am Dienstag, 21. Juli, denn bereits einen Tag später wird die zweite Runde ausgelost. Doch auch bis dahin muss geklärt sein, welche Mannschaft überhaupt für 1860 auflaufen darf. Und natürlich: unter welchem Wappen.

Auffällig ist, dass die Spielbetriebs-GmbH des e.V. auf ihrem neuen Kanal das historische Logo der Fußball-Abteilung verwendet. Der berühmte Löwe? Fehlanzeige. Offiziell begründet wurde dieser Schritt bislang nicht. Im Umfeld des Vereins gilt er jedoch als mögliches Signal im schwelenden Markenstreit mit Hasan Ismaik. Nach e.V.-Rechtsauffassung könnte das traditionelle Löwen-Logo zwar weiterhin auf dem Trikot verwendet werden, solange es nicht kommerziell vermarktet wird. Ob diese Einschätzung einer juristischen Überprüfung standhalten würde, ist jedoch offen – wie so vieles gerade.

Vieles spricht dafür, dass hinter den Kulissen an einer pragmatischen Lösung gearbeitet wird. Schließlich dürfte auch Insolvenzverwalter Max Liebig ein Interesse daran haben, dass Spieler und Markenrechte genutzt werden – nur so kann er den Wert der Insolvenzmasse erhalten oder sogar steigern. Eine denkbare Variante wäre, dass Liebig der Spielbetriebs-GmbH des e.V. die Nutzung der bei der KGaA verbliebenen Spieler – und gegebenenfalls weiterer Rechte – gegen eine Lizenzgebühr ermöglicht. Für alle Seiten wäre das vermutlich der vernünftigste Weg.

Denn die Zeit drängt. Wer im Totopokal nicht antritt, muss mit empfindlichen Sanktionen rechnen. Mindestens 10.000 Euro Strafe drohen. Eine Notlösung mit der U 17, dem ältesten e.V.-Jahrgang, scheidet nach den BFV-Regularien praktisch aus, weil maximal fünf Jugendspieler eingesetzt werden dürfen. Bliebe im Extremfall ein wild zusammengewürfeltes Team aus Spielern der dritten Mannschaft (8. Liga), Nachwuchskräften und kurzfristig verpflichteten Akteuren – ein Szenario, das sich kein Löwen-Fan ernsthaft wünschen dürfte.

Der Countdown läuft für 1860. Schon in wenigen Tagen müssen die zentralen Fragen geklärt sein. Wer läuft dann für die Löwen auf? Und mit welchem Logo?ULI KELLNER

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