Die finale Etappe Richtung Gipfel: Anton Palzer absolvierte die 15 Kilometer und 1900 Höhenmeter in zwei Stunden. © @anderlhartmann
München – Drei Uhr in der Früh. München schläft, Anton Palzer ist hellwach. Das Ziel: Vom Marienplatz bis auf den Gipfel der Zugspitze in unter fünf Stunden. 115 Kilometer, 3036 Höhenmeter: „Es ist eine Strecke, auf der ich meine Fähigkeiten und Leidenschaften ausspielen kann.“ Nach einem Ausflug vom Skibergsteigen in den professionellen Radsport testet der 33-jährige Berchtesgadener seine Grenzen nun mit neuen Projekten aus. Mit dem Rad ging es los, über Sendling, Schäftlarn und Wolfratshausen in Richtung Süden. Im Rausch durch die Dunkelheit. Mit einem Gegner: dem Gegenwind. „Mehr als erwartet“, sagt Palzer. Es sei schwer gewesen, innerhalb der angepeilten Zeit zu bleiben. 305 Watt im Schnitt zeugen von dem Kraftakt, die 100 Kilometer wurden in zwei Stunden und 41 Minuten abgeradelt. „Über die Hornschlittenbahn zur Partnachalm hat’s dann ganz schön weh getan – das sind brutale Rampen da hoch.“
Schneller Wechsel (um genau zu sein: drei Minuten) in die Laufsachen, jede Sekunde zählt. Noch 15 Kilometer und 1900 Höhenmeter bis zum höchsten Punkt Deutschlands. Entlang der Partnach, durch das traumhafte Reintal. „Das Berggras hat im Morgentau geglitzert, ich war völlig alleine in diesem riesigen Talkessel unterwegs – der Moment hat nochmal richtig Energie geliefert.“
Und dann noch einmal die Waden richtig brennen lassen, die steilen Serpentinen Richtung Knorrhütte, gefolgt von der letzten Etappe auf den Gipfel. Nach vier Stunden und 43 Minuten sitzt Palzer erschöpft, aber glücklich am Ziel.