Anime-Fan: Philip Okonkwo. © Weinberger
München – Mit den Händen eine Schale formen und dann die Arme explosiv nach vorn strecken. Im Spiel kommt ein Footballer mit dieser Bewegung nicht weit, aber umso cooler sieht es beim Jubel aus. Das „Kamehameha“, inspiriert vom Anime „Dragon Ball“, wird regelmäßig von Philip Okonkwo aufgeführt, wenn ihm ein guter Fang gelungen ist. Und der Tight End der Munich Ravens liefert verlässlich ab.
Mit knapp zwei Metern und über 100 Kilogramm ist der gebürtige Münchner prädestiniert für seine Rolle als physischer Passempfänger, der sich auch gerne mal dem Gegner in den Weg stellt. Kurios: „Meine Mutter hat mir zunächst nicht erlaubt, Football zu spielen. Sie fand es zu gefährlich. Ich musste sie jeden Tag fragen, ob ich es nicht doch mal ausprobieren darf. Irgendwann hatte ich sie so weit“, berichtet der 25-Jährige. Ursprünglich für den Sport begeistert hatte ihn sein älterer Bruder, der schon mit Football begonnen hatte.
In seiner dritten vollen Saison mit den Ravens ist Okonkwo ein wichtiger Bestandteil der Offensive, die bisher kaum aufzuhalten ist. „Das einzige Ziel für uns ist der Titelgewinn“, so der Informatikstudent. Wenn Okonkwo nicht gerade auf dem Platz steht, kümmert er sich um sein duales Studium bei einem großen Automobilhersteller. „Mein Leben besteht aus Uni, Essen, Training“, skizziert der Mann mit Schuhgröße 48 seinen Alltag.
Wenn dazwischen doch etwas Zeit bleibt, werden Animes geschaut. Auf dieser Leidenschaft basiert auch der Jubel. Wenn es wieder so weit ist, freut sich auch die ängstliche Mama: „Sie ist immer noch am Zittern“, schmunzelt Okonkwo. Die nächste Möglichkeit fürs „Kamehameha“ bietet sich am Sonntag beim Heimspiel im Hachinger Sportpark gegen Frankfurt (13 Uhr).C. SCHÖNFELD