Liberté, Egalité, ARD! Diesmal haben das Erste und Magenta parallel das Viertelfinale der wundersamen Franzosen gegen Marokko übertragen – und es war ein vergnügliches Wettsenden. Bei der Telekom umarmte Zahnfee Jürgen Klopp den halben Weltfußball von Kylian Mbappé bis Zlatan Ibrahimovic. Der Kerl ist so bekannt und beliebt, dass man sich fragt: Warum will er eigentlich nur Bundestrainer werden, und nicht gleich Kanzler oder Bundespräsident? Beim Ersten glänzte Basti Schweinsteiger auch dadurch, dass er im Stau steckenblieb. Achtung, politisch unkorrekt: Das würde man sich von Claudia Neumann auch mal wünschen. Wir komprimieren und kommentieren das Neueste vom Gianni-Fernsehen.
Der neue Behle: Im Ersten meldete sich Esther Sedlaczek mit Krawatte und mit einer Vermisstenmeldung. Ihr Lieblingsexperte machte den Wo-ist-Behle und war nicht da. Esther hatte jetzt einen anderen. Kommentator Philipp Sohmer saß neben ihr: „Mensch, also, Basti hat sich verändert!“ Bevor sich XY-Rudi Cerne an seine Fersen heften konnte, meldete sich der Gesuchte aus einem Auto: „Ich steck im Voll-Voll-Voll-Stau.“ Die ARD hat also schon wieder am falschen Ende gespart, am Heli für Schweini, zum kaiserartigen Überfliegen des Staus. Schweinsteiger wurde dann zum Schweißsteiger und joggte ins Stadion, wo ihm seine Moderatorin aus hygienischen Gründen beschied: „Ich möchte dich nicht umarmen, komplett durchgeschwitzt, nehme ich an.“ Ihr Basti hat ab sofort mehr Verständnis für die FIFA: „Die Laufbereitschaft für ein Viertelfinale war bei mir auf jeden Fall da. Und die Trinkpause, die Hydration Break, macht schon Sinn.“
Das Sommerpärchen: Bei Magenta war Kloppo natürlich pünktlich. Wenn der Heilige Jürgen im Stau steht, tritt er aus seinem Wagen, hebt die Arme und teilt die Autos wie einst Moses das Rote Meer. Oder Red Bull hat ihm Flügel verliehen. Die Telekom-Übertragungen sind mittlerweile der reinste Kloppesdienst. Kylian Mbappé ist stolz wie Oskar, dass er den Bundesjürgen umarmen darf. Sogar Zlatan umschwärmt ihn: „Deutsche Maschine. Er ist der Beste.“ So viel Personenkult kennt man sonst eher aus Nordkorea. Aber unterhaltsam ist es schon, wenn Kloppo mit Mats Hummels Deutschlands bestes TV-Sommerpärchen bildet. Fanboy Mats schwärmt von den Franzosen: „Mein Gott, was sich da schon wieder für eine Mannschaft warmmacht.“ Klopp juxt über eine vergebene Upamecano-Chance: „Aus der Sicht eines zweitklassigen Verteidigers, ich hätte ihn gemacht.“ Und er weiß mit all seiner Erfahrung: „Wunder können relativ wenige Trainer vollbringen.“ Ach Kloppo, warum denn so bescheiden?
Wolff Fuss und der Chef: Zu allem Überfluss hat Magenta auch noch den unterhaltsamsten WM-Kommentator am Start. Wolff Fuss schwitzte in Boston auch ohne Stau-Jogging: „Wir warten immer noch drauf, dass hier einer die Heizung ausdreht.“ Er erfindet in jeder Halbzeit einen neuen Trinkpausen-Gag: „An die Tassen noch mal!“ Und von den Franzosen, oh là là, kann auch Fuss nur schwärmen. Beim 1:0 von Kylian Mbappé: „Voilà, le Chef!“ Leckerschmecker, was Les Bleus uns da auftischen!