München – Der Glanz alter Tage schimmert wieder durch die Olympia-Schwimmhalle. Seit Dienstag (und bis Sonntag) duellieren sich die Nachwuchstalente bei den Junioren-Europameisterschaften (JEM). Für Team Deutschland sind 38 Talente im Einsatz – darunter genau ein Lokalmatador: Simon Brugger (17) von der SG Stadtwerke München. Der Kulmbacher schloss sich vor zwei Jahren dem hiesigen Landesstützpunkt an.
„Die Entwicklung ist gut, die er zurzeit macht“, sagt Trainer Olaf Bünde (59). Dies spiegelt sich auch bei der EM wider. Bereits am Mittwoch qualifizierte sich der Teenager neben Landsmann Moritz Erkmann über 1500 Meter Freistil ganz knapp für sein erstes JEM-Finale.
Donnerstagabend folgte der Showdown: Mit tosendem Applaus begrüßt, reicht es für beide nicht zu einer Medaille. Moritz kommt als Fünfter ins Ziel (15:18,61), Simon wird Achter (16:00,14). Gold geht an den Polen Mikolaj Litoborski (15:08,02 min). Seine Zeit ist 44 Sekunden schneller als die von 1972-Olympiasieger Mike Burton (79). Kurios: Selbst München-Legende Mark Spitz (76, 7x Gold) wäre mit seinen damaligen Zeiten chancenlos.
„Die Nervosität hat sehr mitgespielt. Ich saß schon im Callroom mit zitternden Händen“, zeigt sich Brugger nach dem Rennen etwas enttäuscht. Der Sprung aufs Treppchen gelang bisher (Stand: Freitagnachmittag) nur zwei Deutschen: Linda Roth (18) holte Gold über 200 Meter Freistil, Louis Hoffmann (18) gewann Bronze über 50 Meter Brust.VALENTIN PALLEIT