Traumfinale gegen Sinner

von Redaktion

Zverevs Grand-Slam-Doppelpack zum Greifen nah – Ferys Wimbledon-Märchen beendet

Arthur Ferys Reise in der Heimat ist vorbei. © Nicholls/AFP

Fokus: Zverev hat Blut geleckt. © Akmen/EPA

Locker und gut gelaunt: Alexander Zverev jubelte nicht lange nach seinem ersten Finaleinzug beim Rasen-Grand-Slam in Wimbledon und gab ein paar Autogramme. © Akmen/EPA

London – Den deutschen Tennisstar Alexander Zverev trennt noch ein Coup über den italienischen Titelverteidiger und Weltranglisten-Ersten Jannik Sinner vom Wimbledon-Titel. Mit seinem erstmaligen Finaleinzug beim Londoner Rasenklassiker und dem souveränen 7:6 (7:0), 6:2, 6:4 gegen den britischen Sensations-Halbfinalisten Arthur Fery hat der French-Open-Champion noch lange nicht genug.

Am Sonntag (17.00 Uhr/Prime Video) möchte sich Zverev zum ersten deutschen Sieger des populären Rasenturniers im Männer-Einzel seit Michael Stich 1991 küren. Nach seinem Paris-Triumph vom 7. Juni würde sich der Hamburger binnen fünf Wochen zum zweiten Mal zum Grand-Slam-Sieger krönen.

Nach seinem Match schaut er sich den Halbfinal-Hit zwischen Sinner und dem serbischen Rekord-Grand-Slam-Sieger Novak Djokovic an. Sinner (24) hinterließ mit dem klaren 6:4, 6:4, 6:4 rechtzeitig vor der Titel-Entscheidung einen starken Eindruck.

Nach Worten von Zverev wird auch Bundeskanzler Friedrich Merz zum Finale anreisen, die Bestätigung dafür stand noch aus. Neunmal in Serie hat Zverev gegen den Südtiroler Sinner den Kürzeren gezogen. Doch er fühlt sich der Prüfung gewachsen. „Sobald man ein Grand-Slam-Turnier gewonnen hat, weiß man, wie es geht, und hat das Gefühl, dass man es wieder schaffen kann“, sagte die deutsche Nummer eins.

Mit einem Meisterstück im Finale würde Zverev zum erst dritten deutschen Wimbledon-Sieger im Männer-Einzel in der Profi-Ära seit 1968 aufsteigen – neben Boris Becker (1985, 1986, 1989) und Stich (1991). „Es ist erstaunlich. Dieses Grand Slam war immer das, mit dem ich am meisten gekämpft habe“, sagte Zverev nach seinem souveränen Sieg gegen Fery, „und plötzlich bin ich im Finale von Wimbledon.“

Während Millionen britischer Herzen brachen, setzte der Hamburger also sein persönliches Märchen beim bedeutendsten Tennisturnier des Jahres fort. Mit dem Finaleinzug löste er am Montag auch den derzeit verletzten spanischen Star Carlos Alcaraz als Nummer zwei der Welt ab. Für das Wildcard-Wunder Fery, der nur wenige Minuten von der berühmten Anlage aufwuchs, endete derweil sein magisches Heimspiel kurz vor dem Finale.

Ohne großen Jubel hatte Zverev seinen Erfolg gegen den am Ende deutlich unterlegenen britischen Außenseiter quittiert. Gegen den Lokalmatadoren überzeugte der deutsche Spitzenspieler nach anfänglichen Problemen mit seiner Aufschlagwucht, seiner Grundlinienpower sowie seinem Selbstverständnis. Das Duell wurde ab dem zweiten Satz zur klaren Angelegenheit.

Somit wurde Zverev vor rund 15.000 Zuschauern zum Spielverderber für die Briten und nahm ihnen den Enthusiasmus. „99,999 Prozent wollten, dass Arthur gewinnt. Aber es war eine tolle Atmosphäre, ein faires Publikum, ich habe jede Sekunde genossen“, sagte Zverev

Mit dem Finaleinzug stockt er seine herausragende Grand-Slam-Saison nach dem Halbfinale bei den Australian Open und dem French-Open-Triumph auf. Die Zweifel, ob er jemals einen Grand Slam gewinnen wird, hatte er schon in Paris ausgeräumt. Bleibt er ein One-Hit-Wonder? Dieses Fragezeichen könnte er am Sonntag löschen. „Das ist die Chance seines Lebens, und das meine ich im Ernst, Wimbledon zu gewinnen“, hatte der dreimalige Wimbledon-Sieger und einstige Kritiker Becker vor dem Halbfinale gesagt und auf Zverev als Champion getippt. SID, DPA

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