Liebe Leserinnen und Leser, bevor Sie sich aufregen: Diese Kommentarzeile war natürlich etwas reißerisch gewählt. Offensichtlich gab es bei dieser WM bisher schon viel Spannung. Bei Argentinien gegen Kap Verde im Sechzehntelfinale oder Argentinien gegen Ägypten im Achtelfinale etwa war es beide Male äußerst spannend, weil sich der Favorit schwertat und aus unerfindlichen Gründen (unter anderem dank großer Hilfe des Schiedsrichters, aber das ist ein anderes Thema) spät zurückschlug.
In beiden Partien sowie fast allen anderen bei dieser WM setzte sich am Ende allerdings der Favorit durch. Das zeigt auch ein Blick auf die Buchmacher: Bis auf Deutschland gegen Paraguay sowie die Fifty-Fifty-Duelle Marokko gegen die Niederlande und Brasilien gegen Norwegen gewann bisher in jedem K.-o.-Spiel die höher eingeschätzte Mannschaft.
So stehen nun in den beiden Halbfinals Frankreich, Spanien, England und Argentinien – vier Mannschaften, die zufälligerweise auch die ersten vier Plätze der Fifa-Weltrangliste belegen.
Daher dürfen wir uns als Zuschauer nun endlich auf wirklich offene Partien freuen, deren Ausgang kaum vorauszusagen ist. Bei beiden Halbfinals gibt es schließlich keinen klaren Favoriten: Frankreich mit seinen Superstars trifft auf das dominante Spanien, das erst ein Gegentor hinnehmen musste. England wiederum hat zwei absolute Energieleistungen gezeigt und Spiele gewonnen, die man für einen Titel gewinnen muss, wie es im Fußball so schön heißt. Und Argentinien? Hat Lionel Messi – das reicht ja eigentlich schon.
Entsprechend groß ist die Vorfreude der Fußballwelt auf die vier verbleibenden Partien dieser WM. Angesichts der 100 vorherigen Spiele, die größtenteils erwartbar verliefen, ist das aber auch bitter nötig. Und sollte im Zuge der aktuell herrschenden Diskussionen, künftige Weltmeisterschaften mit noch mehr Teilnehmern aufzublähen, gerne berücksichtigt werden.