Der starke Mann der Tour: Tim Merlier. © Horcajuelo/EPA
Bergerac – Tim Merlier ist aktuell der dominierende Sprinter der Tour de France – und macht doch gerade eine schwere Zeit durch. „Der Mann, der meinen Bruder und mich seit meinem zwölften Lebensjahr zu den Rennen gefahren hat, liegt im Sterben. Dieser Sieg ist für ihn“, hatte der Belgier nach seinem ersten Etappensieg am Freitag dem Portal Sporza gesagt. Kurz darauf erhielt Merlier die Nachricht, dass sein ehemaliger Fahrer während des laufenden Rennens im Alter von 84 Jahren verstorben war.
„Ich habe vor der Tour mit ihm telefoniert. Damals ging es ihm eigentlich noch recht gut, aber wir wussten, dass sich sein Zustand schnell verschlechtern würde“, erklärte Merlier. Trotz seiner Trauer setzte sich der 33-Jährige auch am Samstag beim dritten Massensprint der laufenden Tour gegen seine Kontrahenten durch. „Wenn man eine erste Etappe gewinnt, folgt oft schnell ein zweiter Sieg“, sagte Merlier bescheiden. Das stimmt in der Tat. Erinnert sei an Landsmann Jasper Philipsen, der 2023 einem Tageserfolg mal schnell drei weitere hinzufügte.
So oder so ist für den Moment klar: Merlier ist erst einmal der beste Sprinter dieser Tour. Einzig in Pau, wo sein Sprintzug durch einen Sturz aufgehalten wurde, musste er sich mit Platz drei bescheiden. In Bordeaux und nun in Bergerac war er nicht zu schlagen.
Genauso wie Mathieu van der Poel, der am Sonntag die nächste Hitzeschlacht für sich entschied. „Der Start der Tour war nicht so großartig für unser Team“, sagte der 31-Jährige mit Blick auf den in den Massensprints bislang glücklosen Kollegen Philipsen. „Aber ich denke, wir sind wie immer ruhig geblieben. Wir haben eine tolle Gruppe und glauben daran, dass wir es drehen können.“ Die Etappe durch das Zentralmassiv war aufgrund der Temperaturen um 30 Kilometer verkürzt worden.SID/DPA