High Noon in Dallas mit Schlauboy Mats

von Redaktion

In Wildwest-Stimmung: Hobby-Texaner Kerner und Hummels. © screen

Okay, die ersten Monate dieser WM waren recht nett. Aber unter uns Pfarrerstöchtern: Jetzt geht’s doch erst so richtig los! Beim ersten Halbfinale am Dienstag war die Frage: Au revoir, la France? Oder Adiós, España? Die Sportfreunde Stiller hätten gesungen: „Vamos, das wird famos!“ Magenta und ZDF sendeten parallel. Und sagen Sie nicht, Männer können kein Multitasking: Wir haben auf zwei Fernsehern gleichzeitig geschaut und lassen das Spektakel für Sie Paroli laufen.

– John Wayne in Dallas: Hobby-Texaner Johannes B. Kerner war in Wildwest-Stimmung. Oder, wie der verschrobene ZDF-Erklärer Christian Streich sagen würde: „Wildwescht!“ Bei Dallas denkt man traurig an JFK, bei Magenta stand JBK vor der Kamera. Er verriet im Football-Stadion: „Das ist das Home of the Cowboys, und hier ist High Noon.“ Dazu passte Schlauboy Mats Hummels.

Kerner wusste: „Es riecht wie ein Finale, es fühlt sich an wie ein Finale“ – ist aber keins. Mats ergänzte: „Es wird für beide die erste so richtig richtige Prüfung.“ Und er analysierte clever, warum Bayern-Star Michael Olise bei seinem frühen Foul haarscharf an Rot vorbeischrammte. Ihm hört man so richtig richtig gern zu.

– Klau ma mal: „Hallo Deutschland, hallo Berlin!“, frohlockte KMH. Wer möchte ihr da nicht euphorisch zurufen: „Hallo Katrin!“ Per Mertesacker, der unter dem Motto „Per wagt, gewinnt“ den deutschen Fußball mitretten soll, musste diesmal nicht über seine berufliche Zukunft reden – dafür gab’s zu viele andere spannende Themen. Frau Müller-Hohenstein hatte vor dem Semifinale recherchiert und rausgefunden: „Die einen kommen weiter, die anderen fahren nach Hause.“ Dagegen ließ sich wenig einwenden.

Das Genie Streich sparte wieder engagiert Konsonanten und wusste über die beiden Kontrahenten: „Sicherlich die stabilschte Mannschafte.“ Nachdem Erling Haaland einen ausgestopften Waschbär heim nach Oslo verschleppt hatte, gab Chris Kramer zu, dass er sich nach seinem WM-Titel 2014 im Maracanã auch reichlich bedient hat: „Ich hab alles mitgenommen, was nicht befestigt war. Rasen, Bälle, Trikots.“ Klau ma mal, hätte der Kaiser gesagt. Praktisch war, dass Konsonanten-Skeptiker Christian Streich genaue Anweisungen gab, wie man das Spiel am besten zu verfolgen hat: „Bleibt sitze, bleibt konzentriert und schaut jedes Detail an, dann macht’s total Spaß!“ Genauso isch es dann auch gwäse.

– Der Straßburger-Hammer: Um im wilden Weschten aus dem Sattel zu gehen, war der bisweilen geschmähte Lautstärke-Befürworter Christian „Straßi“ Straßburger die ideale Wahl. Er gab zu: „Ich sag ihnen, ich bin auch nervös. WM-Halbfinale haste nicht alle Tage.“ Als Plauder-Schiri Patrick Ittrich den Spanien-Elfer einordnete, gab sich Straßburger großzügig: „Wir wollten dich hören, du wirst ja auch nach Wörtern bezahlt.“

Das Anrennen der „im Kopf verknoteten“ Franzosen erinnerte ihn an seine Baumarkt-Besuche beim Obi: „Sie kramen in ihrem Werkzeugkasten. Bislang finden sie aber nur ’ne Säge, und noch nicht den Hammer.“ Es war eine schmerzhafte Zangengeburt für die Franzosen an ihrem Nationalfeiertag.

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