Aufreger in „Lachsrosa“: Umstrittenes Torwarttrikot in Ismaiks Fanshop. © Screenshot
München – Ob die heutigen Mitarbeiter der Merchandising-GmbH des TSV 1860 am 26. Juli 2015 in Heidenheim vor Ort waren, ist nicht überliefert. Damals unterlagen die Löwen zum Zweitliga-Auftakt mit 0:1 auf der Ostalb. Das Besondere: Weil die Stutzen der Münchner denen der Heidenheimer zu sehr ähnelten, mussten sie notgedrungen in die Ersatzstutzen der Hausherren schlüpfen. Und so lief der TSV 1860 doch tatsächlich in roten Stutzen auf. „Das war die Höchststrafe“, schimpfte Löwen-Coach Thorsten Fröhling. Nach dem Abpfiff schallte es aus dem Gästeblock: „Stutzen weg, Stutzen weg!“ Ihre Spieler in den ungeliebten Farben des Erzrivalen FC Bayern zu sehen, schmerzte die Anhänger der Sechzger mehr als die Niederlage.
Umso ungläubiger dürften die Fans derzeit auf die Internetseite des 1860-Fanshops blicken. Dort nämlich bewirbt die Merchandising-GmbH ein Torwarttrikot, das farblich schon sehr an die ungeliebte Farbe Rot erinnert. Das Dress ist derzeit im Set (Trikot, Hose, Stutzen) für 124,99 Euro erhältlich. Auf Anfrage unserer Zeitung hieß es: „Das Trikot ist lachsrosa und natürlich nicht rot.“
Auf dem Trainingsgelände sorgt das dennoch für Diskussionen. „Das geht gar nicht“, sagt Alexandra (37). Sieht Begleiter Sascha (41) genauso: „Rot ist ein absolutes No-Go! Das gehört in die Seitenstraße und nicht in die Grünwalder Straße.“ Andere sehen es gelassener. „Das ist mir total egal“, meint Frederik (43). Im Netz fällt das Urteil teils deutlich schärfer aus. „Ja, pfui deibel!“, schreibt Bruno Kulitschka bei Facebook.
Ein Blick in die Historie zeigt, dass die Farbe Rot ein beliebtes Streitthema in Giesing ist. Nicht wenige Fans störten sich beispielsweise an der roten Farbe im Logo der Firma Liqui Moly, obwohl diese gleich zweimal – 2002 bis 2005 und 2009 bis 2010 – Hauptsponsor war. 1860-Ikone Peter Pacult beging einst den Fehler, sich in einem roten Pullover ins BR-Studio zu setzen. Die Abneigung gegen die FCB-Farbe geht sogar noch weiter: Rainer Beeck fuhr 2008 einen Tag vor seinem Amtsantritt als Löwen-Präsident mit einem roten Porsche an der Geschäftsstelle vor – nicht die allerbeste Idee. Sah auch Beeck schnell ein. Tags darauf erschien er im neutralen schwarzen Geländewagen.MARCO BLANCO UCLES VALENTIN PALLEIT