Coachte die Bayern-Amateure: Holger Seitz. © Goldberg/Imago
München – Das Trainerkarussell dreht sich in Bayern besonders schnell. Vergangene Woche ist Sven Bender bei der SpVgg Unterhaching zurückgetreten, nun macht ein prominenter Name als Nachfolger die Runde: Holger Seitz. Vom Rekordmeister in die Vorstadt? Über zehn Jahre arbeitete Seitz am Campus des FC Bayern, zuerst bei den Junioren, dann als Trainer der Amateure, die er in insgesamt 189 Spielen betreute.
Diese Ära ist vorbei, vom ehemaligen Profi Dante erhoffen sich die Verantwortlichen neue Impulse. Auch wenn der Start mit drei Testspielniederlagen gegen Wacker Innsbruck (1:4), Legia Warschau (0:2) und die Stuttgarter Kickers (0:4) holprig verlief. Seitz, von den Amateure-Fans verehrt und mit einer Choreo zum Abschied bedacht („Ich war emotional überwältigt“), stand zuletzt am Campus in der Kritik. Unter anderem soll die Spielweise nicht mehr den Vorstellungen entsprochen haben. Trotzdem haben die Bayern-Bosse versucht, einen passenden Job für den langjährig verdienten Mitarbeiter zu finden. Im Gespräch war die Übernahme der Global Academy, die bis dato von Klaus Augenthaler betreut wurde. Auch an eine Rolle als Übergangstrainer für Toptalente wurde gedacht. Später hat sich dann abgezeichnet, dass er den Verein komplett verlassen könnte. „Für mich war nie entscheidend, welche Aufgabe ich hier habe. Wichtig war immer nur, für wen ich sie machen darf“, sagte Seitz nach seinem letzten Spiel für die zweite Mannschaft.
Der 51-Jährige ist einer, der sein Herzblut auf dem Feld lässt, für den Fußball brennt. Und bei den Bayern-Amateuren aufgrund von unterschiedlich zusammengestellten Spieltagskadern auch immer wieder mal improvisieren musste. Zusammen mit der bodenständigen Art und der langjährigen Erfahrung mit jungen Spielern, die noch den Fein- oder auch Grobschliff benötigen, also ein geeigneter Kandidat für Unterhaching.
Präsident Manni Schwabl hat für die kommende Saison den sportlichen und finanziellen Konsolidierungskurs ausgerufen. Nach Abgängen von wichtigen Spielern wie Simon Skarlatidis muss mehr denn je auf das eigene Nachwuchsleistungszentrum gesetzt werden. Der Aufstieg in die 3. Liga ist vorerst kein Thema. Für Bender passte die Gesamtsituation nicht mehr. Seitz hingegen scheint bereit zu sein für eine neue Aufgabe.P. KESSLER, N. M. SCHMITZ