Mit breiter Brust: Alexander Zverev. © Egerton / dpa
Style-Kanzler: Tribünengast Friedrich Merz mit Sonnenhut neben Gattin Charlotte. © Frank Molter / dpa
Bitte lächeln! Alexander Zverev mit Wimbledon-Besucher Friedrich Merz. © instagram
London – Alexander Zverev bekam nach seinem verlorenen Wimbledon-Finale sogar Besuch vom Bundeskanzler. Friedrich Merz (CDU) schaute nach der Niederlage gegen Jannik Sinner in der Umkleide vorbei und wechselte ein paar Worte mit Deutschlands bestem Tennisspieler. „Er ist nach dem Match in die Umkleide gekommen. Wir haben ein paar Worte miteinander geredet, war schön, dass er da war“, sagte Zverev. Merz hatte das Endspiel des Rasenklassikers gemeinsam mit seiner Ehefrau Charlotte in der Royal Box verfolgt – Seite an Seite mit zahlreichen Ehrengästen, darunter Prinz William und Prinzessin Kate.
Viel Trost brauchte Zverev allerdings gar nicht. Der Hamburger trat mit dem Silberteller des Wimbledon-Zweiten und einer Erkenntnis im Gepäck den Heimweg aus dem Londoner Südwesten an. „Hundertprozentig“ könne er dank seines erlösenden French-Open-Triumphes die Finalpleite gegen Jannik Sinner besser verkraften, sagte der 29-Jährige ohne zu zögern: „Ich sitze hier und denke mir, dass ich ein fantastisches Tennismatch und ein fantastisches Turnier gespielt habe. Wenn ich Paris verloren und dann hier wieder verloren hätte, würde ich hier nicht so sitzen.“
Tatsächlich gab Zverev nach dem hochspannenden 7:6 (9:7), 6:7 (2:7), 3:6, 4:6 gegen seinen Angstgegner Sinner, den er auch im zehnten Aufeinandertreffen nacheinander nicht knacken konnte, nicht das Bild eines Verlierers ab. Dafür war die Euphorie über seinen ersten Grand-Slam-Titel nur fünf Wochen zuvor noch immer zu groß, und seine Auftritte auf dem „heiligen Rasen“, wo er sich zuvor so schwer getan hatte, waren einfach zu gut. „Ich bin 29 Jahre alt“, sagte Zverev, „und das ist das erste Mal, dass ich wirklich daran glaube, diesen Pokal gewinnen zu können.“
Und so prasselte aus allen Richtungen Lob auf den runderneuerten Zverev ein. Sinner zog seinen Hut. „In Paris hast du eines deiner Hauptziele erreicht. Hier warst du so nah dran“, sagte der Südtiroler: „Wenn du so weiterspielst, wirst du sicher einen dieser Pokale gewinnen.“
Zverev möchte sich nach intensiven Wochen und Monaten „irgendwann auch ein paar Tage freinehmen“. Danach soll aber schnell der Angriff auf die Spitze der Weltrangliste sowie die Jagd nach dem nächsten Grand-Slam-Titel weitergehen. Der erste Grand-Slam-Sieg. Das erste Wimbledon-Finale. „Natürlich muss da etwas gut laufen“, sagte Zverev: „Ist es schon perfekt? Nein. Aber ich glaube, wir sind auf dem richtigen Weg.“
Der Weg führt ihn Ende August nach New York zu den US Open – und zur nächsten Chance auf einen dieser glänzenden Pokale.SID, DPA