Lipowitz kommt immer besser in Fahrt. © Sisk/Imago
Nevers – Der Zeitverlust des zweimaligen Tour-Champions Jonas Vingegaard auf der zehnten Etappe der Tour de France hat beim Red-Bull-Team um den Deutschen Florian Lipowitz für Gute Laune gesorgt. Der Däne wirkt aktuell längst nicht so sattelfest wie erwartet. Ist Rang zwei am Ende doch realistischer als gedacht?
„Jonas hat super viel gearbeitet, deshalb war er, glaube ich, ziemlich am Limit“, sagte Lipowitz. Zudem sei die Etappe mit kurzen Anstiegen nicht auf ihn zugeschnitten gewesen. „Ihm liegen eher die längeren Berge. Deshalb ist es noch relativ offen, aber natürlich ist die Hoffnung da“, sagte er auf die Frage, wie stark er mit Platz zwei liebäugelt.
Das Red-Bull-Team strebt mit dem Duo um den Tour-Dritten Lipowitz und den belgischen Olympiasieger Remco Evenepoel in der Doppelrolle wieder das Podium zum Ende der Rundfahrt in Paris an. „Wir sind da, wo wir sein wollen, auch mit ‚Lipo‘, der sehr gut in Form ist. Mir geht es auch sehr gut. Im Moment sind wir zufrieden, wir müssen so weitermachen“, sagte Evenepoel.
Vingegaard kassierte im Skigebiet Le Lioran 44 Sekunden auf Dauerrivale und Tagessieger Tadej Pogacar, auch Lipowitz war zehn Sekunden schneller als der Däne. In der Gesamtwertung steht der Zweitplatzierte Vingegaard mit 3:36 Minuten hinter Pogacar. Evenepoel steht als Dritter 30 Sekunden, Lipowitz als Sechster etwas mehr als eine Minute hinter Vingegaard.
„Ich finde, es ist ein ganz passabler Tag für uns. Es könnte viel schlimmer sein“, sagte der 29 Jahre alte Giro-Sieger. Kurze Anstiege würden ihm nicht liegen. Dass er den Rückstand aus seiner Sicht so gering habe halten können, damit könne er zufrieden sein. „Heute Nacht gehe ich schlafen, und morgen ist wieder ein neuer Tag“, sagte Vingegaard. Pogacar wollte sich nicht zu der Situation seiner Rivalen äußern. „Zur Form der Konkurrenten kann ich nichts sagen“, meinte der Slowene.
Auf der Etappe am Mittwoch, die mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 50,91 km/h die schnellste Straßenetappe in der Tour-Geschichte war, trumpfte Sören Waerenskjold auf. Am Ufer der Loire düpierte der Norweger die versammelte Sprint-Elite bei der chaotischen Massenankunft. Sorgen gab es um Georg Zimmermann, der stürzte, es aber ins Ziel schaffte.