Die Fiesta geht weiter: Spanien begeistert. © NEUNDORF/epa
Nicht zu stoppen: Superstar Lamine Yamal (li.). © PIMENTEL/AFP
Dallas – Im bislang größten Moment seiner Karriere zog es Lamine Yamal zu seiner Familie. Im spanischen „Triumphrausch“ nach dem beängstigend souveränen Final-Einzug entspannte Spaniens Jungstar erst mal mit seinem dreijährigen Bruder. Yamal und seine Spanier, so die Botschaft nach der „unvergesslichen Vorstellung“ gegen Frankreich, sind noch nicht fertig. „New York, wir kommen zu Dir“, schrieb Yamal bei Instagram.
„Jetzt wollen wir auch den Titel“, betonte Erfolgstrainer Luis de la Fuente. Der Gegner fürs Endspiel am Sonntag (21 Uhr/ZDF und MagentaTV) war ihm und seinen Spielern erst mal ziemlich egal. Die Marschroute, mit der La Roja den Franzosen um Superstürmer Kylian Mbappé eine schmerzhafte Lehrstunde erteilte, gilt auch für den finalen Akt: „Wir treffen auf eines der besten Teams der Welt – sie treffen auf das beste.“
Ja, was die Iberer der Fußball-Welt da im Halbfinale von Dallas präsentierten, war tatsächlich nahe der Perfektion. Die Leistungssteigerung im Turnierverlauf erinnert stark an den bislang einzigen spanischen WM-Triumph. Die Selección spielt wie 2010. Nur besser. Wie damals könnte nun auch das Double aus EM- und WM-Titel gelingen. Yamal kann sich im Finale von New York mit dann 19 Jahren und sechs Tagen zum jüngsten Spieler krönen, der den Europa- und Weltmeistertitel vereinigt.
Die internationale Presse sah Spanien nach der „unvergesslichen Nacht“ (Marca) im „Triumphrausch“ (Gazzetta dello Sport) und überschlug sich mit Lobeshymnen für den Europameister. Und das völlig zu Recht. Hinten ließ die spanische Defensive um den erst 19 Jahre alten Pau Cubarsí (ein Gegentor in sieben Turnierspielen) gegen den französischen Super-Dreizack mit Mbappé, Ousmane Dembélé und Michael Olise über 90 Minuten überhaupt nichts anbrennen. Vorne schlug die Offensive mit Mikel Oyarzabal und Pedro Porro zweimal eiskalt zu.
Yamal, und das ist das Verrückte, spielt bei dieser WM nicht mal am Limit. Gerade einmal ein Tor steht in der Statistik des Angreifers vom FC Barcelona. Gegen Frankreich war es ein an ihm verursachter Foulelfmeter, der zur Führung durch Oyarzabal (22.) führte. „Wir 26 sind eine Einheit, der ganze Kader“, erklärte Torschütze Porro (58.). Und de la Fuente meinte: „Der Raum für Verbesserungen ist unendlich.“ Klingt wie eine Drohung.