Zaubert bald wieder: Lennart Karl. © Ruiz
Seltener Gefühlsausbruch: Michael Olise: © ESPN
Entspannung auf Mallorca: Manuel Neuer. © Instagram
Joggt wieder: Alphonso Davies. © Ruiz
Am Boden: Harry Kane muss das bittere Aus im Halbfinale verkraften. © Walker/dpa
München – Am Mittwoch um 23 Uhr war die letzte Hoffnung dahin. Das Aus von Harry Kane im WM-Halbfinale gegen Argentinien brachte den Stürmer des FC Bayern zur Aussage: „Ich bin am Boden zerstört.“ Und in München machte sich die traurige Gewissheit breit, dass der Rekordmeister erstmals seit 1982 keinen Spieler für ein WM-Endspiel abstellt. Das Spiel um Platz drei mit den Franzosen Michael Olise und Dayot Upamecano sowie England am Samstag (23 Uhr) ist ein schwacher Trost, die Tränen werden erst hinterher getrocknet. Gegenüber der tz sagt Mentaltrainer Andreas Bosch: „Vincent Kompany und sein Trainerteam spielen jetzt eine entscheidende Rolle.“
Nach und nach wird der Coach seine 16 ausgeschiedenen WM-Fahrer ab Montag zurückerwarten, dann geht es darum, „zu erkennen, wie unterschiedlich Spieler mit einer solchen Enttäuschung umgehen“. Bosch, seit zwölf Jahren im Leistungssport tätig, weiß: „Manche richten den Fokus schnell wieder nach vorn, andere brauchen etwas mehr Zeit oder ein persönliches Gespräch.“ Gerade junge Spieler wie Jamal Musiala („trägt bereits viel Verantwortung“) profitieren in den kommenden Wochen „von einem Trainer, der Vertrauen vermittelt und Sicherheit gibt“. Druck aufzubauen, wäre der falsche Ansatz.
Jedem muss in der Vorbereitung bewusst sein: „Für die Nationalspieler ist das WM-Aus ein spürbarer Rückschlag.“ Die Rückkehr in den Vereinsalltag „ist nicht leicht“, man müsse laut Bosch vermeiden, „sich von Enttäuschung und Selbstzweifeln leiten zu lassen“. Der Blick soll nach vorne gehen, ohne die Enttäuschung zu verdrängen. Dann könnte die enttäuschende WM sogar positive Energie auf der anstehenden Triple-Jagd freisetzen.
An der Säbener Straße joggten Alphonso Davies, Lennart Karl und Serge Gnabry gestern schon wieder über den Platz.H. RAIF, P. KESSLER