In den vergangenen Tagen musste man viele herzzerreißende Szenen beobachten: weinende England-Fans, trauernde Franzosen. Und auch im Rest der Fußballwelt sorgten die Finaleinzüge von Spanien und Argentinien nicht gerade für Begeisterung: Am argentinischen Erfolgsweg und der Rolle der Schiedsrichter gibt es seit Beginn der WM so viele Zweifel, dass sich vielerorts eine regelrechte Abneigung gegen die Südamerikaner entwickelt hat. Spanien dagegen spielt zwar dominant und defensivstark, die Partien wirken dadurch aber auch etwas langweilig. Einem Finale zwischen England, dem Mutterland des Fußballs, und Frankreich, das mit seinen Offensivstars bei dieser WM für so viel Furore gesorgt hat, hätten viele Fans wohl mehr abgewinnen können.
So ist es aber nicht gekommen. Und egal, wie die weltweiten Fußballfans das nun sehen: Aus Fifa-Sicht ist es das perfekte Finale. Denn der amtierende Weltmeister trifft auf den amtierenden Europameister – und vor allem Lionel Messi auf Lamine Yamal. Noch mehr Drama um zwei Starspieler hätte es höchstens bei einem Finalduell zwischen Cristiano Ronaldo und Messi gegeben. Das war aufgrund der Leistungen von CR7 und seinen Portugiesen allerdings schon früh im Turnier unrealistisch.
So trifft am Sonntag im MetLife Stadium von New York der wohl beste Fußballer aller Zeiten auf denjenigen, der sich anschickt, in seine Fußstapfen zu treten. Beide haben in diesem Endspiel die Chance, ihren Status endgültig zu zementieren: Dass Messi der beste Spieler dieses Jahrhunderts und besser als Ronaldo ist, steht ohnehin längst außer Frage. Mit einem zweiten WM-Titel in Folge würde er aber etwas schaffen, das zuletzt Pelé im Jahr 1962 gelang. Der zweite Titel mit Argentinien wäre sogar einer mehr als Diego Maradona jemals gewann.
Yamal wiederum könnte schon früh erreichen, was durchaus hilft, um Lionel Messi im Weltfußball abzulösen: mit 19 Jahren Europa- und Weltmeister sein.