Müller, Schweini & und die verkaufte Oma

von Redaktion

Auf Wiedersehen: die TV-Experten, von der KI auf einem Bild vereint. © jh

Deutschland hat einen WM-Ohrwurm, der sich mit Jürgen-Klopp-artigen Hauern in die Gehörgänge verbeißt. Überall läuft „Du bist gut genug“ mit seinem Jammer-Refrain. Dagegen war sogar Xavier Naidoo 2006 die reine Freude. Immerhin, das Landplagen-Lied dient als Aufhänger für unseren Check: Wer war gut genug im WM-TV? Frei nach Christian Streich: Du bisch gut genug!

Basti und Esther: Schweini outete sich zum WM-Halali als Pferdesport-Freund – weil seine Esther über sprachliche Hindernisse schwebt „wie früher Ludger Beerbaum“. Er nimmt jetzt bei Carsten Sostmeier Unterricht in Huf-Poesie. Viele nennen Basti schon „Horse Hrubesch“. Mit einer letzten Umarmung ritten die beiden in den Sonnenuntergang. Hüa! Ihr Galopp durch Amerika war den CO₂-Fußabdruck eines Brontosaurus allemal wert.

Wolff Fuss: Wenn die „Generation Wolff“ kommentiert, klingt das immer nach großem Fußball. Siehe das England-Aus. Erst hieß es noch: „Messi hängt fest im englischen Packeis.“ Doch dann ließ Magenta-Fuss den Argentinien-Express rollen: „Runter von den Gleisen, der Zug fährt ein!“ Und man erhielt intime Einblicke: „Jude Bellingham könnte der Sohn sein von Lionel Messi.“ Papa mit 16 – dieser Messi schafft alles.

Jochen und die Breyerkette: Auch wenn sich die Buddy-Nummer zwischen Chris Kramer und Per Mertesacker etwas abgenutzt hat, macht der ZDF-Club der weißen Sneaker immer noch Spaß. Dafür sorgt auch Jochen Breyer, der Kramers Versuche zum Muskelaufbau liebevoll verspottet: „Du brauchst keinen Body, du hast den WM-Pokal.“ Vielleicht war’s ja die Abschiedsvorstellung – wenn Eistonnen-Per bald beim DFB dafür sorgt, dass der deutsche Fußball wieder gut genug ist.

Die Magenta-Allstars: Mehr als 200 Millionen Zuschauer sollen die WM beim Telekom-TV gesehen haben – das wären 238 Prozent aller Deutschen. Irre! Magenta hat mit seinem Zaster und seiner Experten-Weltauswahl die Konkurrenz weggefegt. Die Sportfreunde Stiller würden singen: „Studio-Sensation, Best of the Nation!“ Auch wenn Thomas Müller für einen guten Gag seine Großmutter verkauft hätte (wir kennen das), hat nicht nur Kloppo das „Sommer-Noch“ perfekt gefüllt.

Christian Streich: Er brachte im ZDF die Zeiten zurück, als der Fußball noch bei Verstand war. Streich klagte die Fifa-Schmutzeleien an („Äch würde sagen…“). Und er analysierte Videos wunderbar analog: „Jetz kömma weiterlaufe lasse. Stopp, wenn’s geht, isch super! Noch mal Stopp, jetz koi Stopp!“ „The Voice of Schwarzwald“: War super, isch super!

Jan Henkel: Beim Taktik-Papst von Magenta galt nicht „Völlig losgelöst“, sondern „völlig aufgelöst“. Denn er schaffte es, jede noch so versteckte Szene „aufzulösen“ (sein Lieblingswort). Wenn Kylian Mbappé beim Elfer seinem Torwart anzeigt, wohin der Spanier schießt: Henkel löst es auf. Ihm zur Seite standen Patrick Ittrich, redseligster Schiri des Universums – und ein geheimnisvolles „Analyse-Team“, das mindestens 38 Stunden am Tag WM schauen musste. Das war für Fußball-Feinschmecker fast schon erotisch. Porn in the USA.

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