Lionel Scaloni und Luis de la Fuente (re.) – Schüler und Lehrer. © Andersen/AFP
Ikonisches Bild von 2007: Lionel Messi badet Lamine Yamal – im WM-Finale treffen sie wieder aufeinander. © Monfort/DPA, Pimentel/AFP, Weller/dpa
Wirbelwind und Altmeister: Yamal und Messi, zwei Generationen, zweimal Extraklasse. © Weller/dpa
New York – Lionel Messi kniet vor einer Babywanne. Behutsam wäscht er das sechs Monate alte Kind, hält es dann, eingewickelt in ein weißes Handtuch, im Arm und wirft ihm einen schüchternen Blick zu. „Ich glaube, ich bin seitdem etwas gewachsen. Und Leo auch“, sagt Lamine Yamal beim Anblick der ikonischen Bilder, über die vor dem finalen WM-Showdown zwischen Titelverteidiger Argentinien und Europameister Spanien nicht nur die Fußballwelt spricht. Yamal lacht. Das Baby ist er.
Jetzt, fast 19 Jahre nach dem legendären Shooting des FC Barcelona für einen UNICEF-Kalender, treffen Messi und Yamal am Sonntag (21.00 Uhr MESZ/ZDF und MagentaTV) erneut aufeinander – auf der größten aller Bühnen, dem Finale der XXL-WM vor den Toren New Yorks.
Zigtausend Dollar bieten einige Fans im Internet, um beim Generationen-Duell live dabei zu sein. Zu erleben, wer den Weltpokal aus den Händen von US-Präsident Donald Trump am Ende überreicht bekommt. Wird es Messi („Es ist wunderbar, das wieder zu erleben“), der sich in seinem 34. und wohl letzten WM-Spiel mit dem zweiten Weltmeister-Titel endgültig unsterblich machen kann? Die erfolgreiche Titelverteidigung wäre ein Kunststück, das zuletzt Brasilien 1962 mit Pelé, nicht aber dem legendären Maradona gelang. Oder Yamal, der mit dann 19 Jahren und sechs Tagen als jüngster Spieler in die Geschichte eingehen würde, der sowohl EM- als auch WM-Trophäe gewonnen hat?
Spanien vertraut auf der Jagd nach dem zweiten WM-Titel nach 2010 ganz auf seine Unberechenbarkeit und Teamstärke. War es bei der Albiceleste vor allem Messi, der die Mannschaft mit acht Treffern und vier Vorlagen ins Finale geführt hat, glänzt beim Europameister das Kollektiv (erst ein WM-Gegentor). Zudem verfügt die Seleccion, die inzwischen seit 37 Spielen ungeschlagen ist und ausgerechnet im Finale den Rekord Italiens (2018 bis 2021) knacken könnte, mit Luis de la Fuente über einen genialen Trainer.
Vor neun Jahren drückte Lionel Scaloni bei ihm die Schulbank. „Er war mein Mentor und hat mir alles beigebracht, was ich weiß“, sagte Argentiniens Trainer über die Ausbildung für seine Trainer-Pro-Lizenz im Trainingszentrum des spanischen Verbandes. „Lionel war ein sehr gewissenhafter Schüler mit einer großartigen Einstellung und viel Interesse“, berichtete de la Fuente: „Er besaß die Haltung eines Menschen, der entschlossen ist, sich weiterzuentwickeln. Es ist mir eine Ehre, sein Lehrer zu sein.“
Als Scaloni unmittelbar nach dem argentinischen WM-Desaster von 2018 das Team übernommen hatte, schlug ihm Skepsis entgegen. Die Copa America 2019 schloss Scaloni zwar als Dritter ab, doch das Team überzeugte nicht. Erst später fanden Trainer und Mannschaft immer mehr zusammen – heute sind sie eine feste Einheit.