Bald-Bundestrainer? Klopp, hier mit Mbappé (li.). © Wel/dpa
Klinsi (oben) hat auch zu den umstrittenen Trinkpausen (u.) eine klare Meinung. © Oliver/EPA, Lother/dpa
Eine einzige Enttäuschung: Die deutsche Elf flog im Sechzehntelfinale raus. © Weller/dpa
Jürgen Klinsmann hat die WM richtig Spaß gemacht. Beim Treffen im Adidas-Büro in New York lacht der frühere Bundestrainer und Weltmeister von 1990 viel, findet aber auch klare Worte.
Herr Klinsmann, Ihr WM-Fazit?
Es war eine faszinierende Weltmeisterschaft. Von Anfang bis zum Ende mit vielen Dingen, die wir diskutieren können, vielen Dingen, die gut waren, ein paar, die schlecht waren. Aber ein Turnier, wo zum Schluss die Top Vier der Welt zu Recht im Halbfinale standen. Die Fans, egal aus welchem Fleck der Erde, waren restlos begeistert. Es war ein unglaubliches Fußballfest, diese fünfeinhalb Wochen, ein Marathon für die Mannschaften, es gab einige Überraschungen, aber im Großen und Ganzen war es ein Megaturnier.
Gab es für Sie den einen WM-Moment?
Ich glaube, es gibt viele Momente, die dieses Turnier charakterisiert haben. Natürlich die Art und Weise, wie Argentinien die Spiele noch gedreht hat im letzten Moment. Natürlich ein paar Schiedsrichterentscheidungen, die es zu diskutieren gibt.
Für Diskussionen sorgten die Trinkpausen. Müssen sich Fans daran gewöhnen?
Nicht unbedingt. Das Thema Hydration Break ist ein heißes und wird bei der Fifa auf den Tisch kommen. Ich glaube, dass dieses Thema wieder zurückgehen wird in die Hände der Schiedsrichter. Wenn es wirklich über 30 Grad sind, dann kannst du das machen, dann kannst du aber auch das Zeitlimit auf 30 Sekunden oder 60 Sekunden begrenzen, damit der Spielfluss nicht unterbrochen wird und es zu einer Coaching Break wird.
Mögen Sie noch das deutsche Team bewerten?
Es ist wichtig, über die Grenzen zu schauen. Und da haben wir jetzt einen steinigen Weg vor uns. Wir müssen uns auch eingestehen, dass wir komplett versagt haben, und das jetzt das dritte Mal in Folge. Ich habe immer Scherze gemacht mit meinen italienischen Freunden, vielleicht ist es besser, gar nicht zur WM zu gehen, als sofort nach Hause zu gehen. Das ist schon brutal peinlich. Das tut schon weh, wo wir jetzt angekommen sind im Moment, und deswegen ist die Hoffnung da, dass man sich jetzt von den anderen viele Dinge abschaut und wieder die gesamte Kultur ändert bei uns, um wieder anzugreifen. Aber wir sind weit, weit weg von der Weltspitze, der allererste Schritt ist es, das einzugestehen.
Ist Klopp der Richtige?
Wenn es einen gibt, dann auf jeden Fall Kloppo.