Viele Stars, wenig Spektakel

von Redaktion

Shakira, Madonna und Rede von Tom Cruise: So lief die Halbzeitshow

Viel Gefühl: Popstar Justin Bieber präsentierte den Zuschauern eine ruhige Nummer. © Weller/dpa

Shakira (Kreis) und Williams mit Scherzinger (li.) und Pausini. © Mendes/AFP

Hände hoch: Madonna mit Ronaldinho (li.) und Ronaldo. Unten: Schauspieler Tom Cruise hielt eine Rede. © Mambrota/AFP

East Rutherford – Madonna singt, Shakira tanzt – und die Halbzeitpause dauert 27 Minuten: Das WM-Finale ist wie erwartet für eine ausufernde Show unterbrochen worden. Am Ende überzog die Fifa die im Fußball-Reglement übliche Viertelstunde um zwölf Minuten, alles für eine Einlage nach Vorbild der Halftime Show des Football-Spektakels Super Bowl. Der Auftritt von Pop-Ikone Madonna, 67, war mit besonderem Interesse erwartet worden.

Er begann im Untergrund, die brasilianischen Fußball-Legenden Ronaldo und Ronaldinho steuerten sie auf einem Buggy durch die Katakomben des MetLife Stadiums in East Rutherford – und standen dann auf der Bühne grinsend neben ihr. Anschließend sang die K-Pop-Band BTS, Justin Bieber begleitete sich selbst auf der Gitarre, und dann war Shakira dran, gemeinsam mit Afrobeatstar Burna Boy und umringt von unzähligen tanzenden Kindern sang sie den offiziellen WM-Song „Dai Dai“.

Allein die Show dauerte etwa zwölf Minuten, hinzu kamen Auf- und Abbauarbeiten. Diese Freiheit im Umgang mit dem Regelwerk hatte im Vorfeld für Kritik gesorgt, ähnlich war es schon beim Finale der Club-WM 2025 an gleicher Stelle abgelaufen. „Ich glaube, dass sich der Fußball schweren Herzens daran gewöhnen muss“, sagte Ex-Weltmeister Christoph Kramer im ZDF: „Die Show ist in Ordnung, die Ticketpreise sind es nicht.“

Das Aufgebot der Halbzeitshow passte zur Gästeliste dieses XXL-Finales. Vor dem Spiel hatten die einstigen Weltmeister Mario Kempes (Argentinien, 1978) und Andrés Iniesta (Spanien, 2010) den WM-Pokal auf den Rasen getragen, der Sport war auch durch Tennis-Star Carlos Alcaraz und Basketball-Größe Victor Wembanyama vertreten. Vor allem hatte es sich aber Hollywood auf den Tribünen bequem gemacht. Matt Damon, Brad Pitt, Timothee Chalamet und seine Partnerin Kylie Jenner waren nur einige bekannte Gesichert, die Musikindustrie war unter anderem durch die Superstars Pharrell Williams und Mick Jagger vertreten.

Schon vor dem Spiel war es einigermaßen bunt zugegangen auf dem abgedeckten Rasen. Der US-Streamer IShowSpeed, der bereits das gesamte Turnier auf seinen Kanälen begleitete, durfte zum Abschluss auch singen, auf ihn folgte US-Rapper Post Malone – und anschließend war Zeit für die Hymnen: Die oscarprämierte Jennifer Hudson besang den „Star-Spangled Banner“, für die sogenannte FIFA-Hymne betrat dann sogar ein Trio die Bühne: Robbie Williams, Laura Pausini und Nicole Scherzinger sangen „Desire“.

Vergleichsweise unspektakulär geriet der Auftritt von Tom Cruise. Der Hollywood-Star hatte sich im Rahmen der Olympischen Spiele 2024 in Paris vom Stadiondach abgeseilt und war später auf einem Motorrad davongebraust – am Sonntag in East Rutherford betrat er zu Fuß den Innenraum. „Lasst uns ein Turnier feiern, das die Welt zusammengebracht hat“, sagte Cruise, wenig später begann das Finale.

Was der Schauspieler bewusst verschwiegen hatte: Nicht jeder WM-Teilnehmer schaffte es, in die USA einzureisen. Frag nach bei Schiedsrichter Omar Artan: Der 34-Jährige war vom Gastgeberland trotz eines gültigen Visums abgewiesen worden, als er in die USA einreisen wollte. Als Grund nannten die Behörden Sicherheitsbedenken wegen angeblicher Verbindungen zu einer Terrororganisation in seiner Heimat Somalia.

Artikel 9 von 11