ZUM TAGE

Der DFB kann von Spanien lernen

von Redaktion

Lehren aus der WM

Nun ist die WM also endgültig Geschichte und hat mit Spanien einen verdienten Sieger gefunden. In einem taktisch geprägten Finale (neudeutsch für: langweilig) waren die Iberer die einzige Mannschaft, die Fußball spielen wollte – und damit der verdiente Sieger gegen ein Argentinien, das sich scheinbar nur auf Glück, Lionel Messi und den lieben Gott verlassen wollte.

Spaniens Erfolg ist somit nicht nur verdient, sondern kann auch anderen Nationen als Lehrstück dienen – speziell dem DFB. Denn die Lage der „Furia Roja“ war vor ein paar Jahren ähnlich wie die aktuelle des DFB. Nach dem WM-Titel 2010 und dem Erfolg bei der EM 2012 fiel der spanische Fußball ebenfalls in ein Loch. 2014 schied Spanien bereits in der Gruppenphase aus, 2018 und 2022 jeweils im Achtelfinale. Kaum zu glauben: Der Sieg im Sechzehntelfinale gegen Österreich bei dieser WM war der erste Erfolg in einem WM-K.o.-Spiel seit 16 Jahren!

Umso erstaunlicher ist es, wie dominant Spanien bei diesem Turnier auftrat: Nur ein einziges Gegentor kassierte die Elf von Trainer Luis de la Fuente – ein neuer Rekord in der WM-Geschichte und angesichts der von sieben auf acht erhöhten Spielzahl noch bemerkenswerter.

Doch wie haben die Spanier das geschafft? Die Antwort darauf ist natürlich vielschichtig, liegt aber im Wesentlichen in drei Aspekten: Einerseits half die hervorragende Jugendarbeit, den Umbruch nach der 2010er-Generation erfolgreich zu vollziehen. Dafür brauchte es allerdings auch Vertrauen in den eigenen Nachwuchs. Denn bevor Superstars wie Lamine Yamal und Pedri ihren Durchbruch schafften, hatte Spanien nicht immer einen derartigen Talente-Pool.

Zudem hilft es, dass die Spanier auf allen Ebenen einen klaren Spielstil verfolgen und diesen von den Senioren bis zu den Bambinis weitergeben. Anders als beim DFB, wo nun auf den ballbesitzorientierten Fußball von Julian Nagelsmann der Heavy-Metal-Fußball von Jürgen Klopp folgen soll, ist in Spanien seit Jahren klar, wie gespielt werden soll.

Und dabei muss man auch ihr Teamgefüge loben: Selbst Superstar Yamal arbeitet gegen den Ball mit, ansonsten lebt die Mannschaft vom Kollektiv. Ähnlich wie bei deutschen Teams gibt es nicht den einen Superstar, sondern eine Reihe wichtiger Säulen wie Cucurella, Rodri und Olmo. Nun wird es Zeit, dass auch der DFB wieder eine solche Achse findet.

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