Die Tränen des Größten: Lionel Messi erlebte sein letztes WM-Finale. © DAVID GRAY/AFP
Weltmeisterliche Fiesta: Die Fans empfingen ihre Helden – in Madrid wurde die Nacht zum Tage gemacht. © HANNA/afp
Die Bühne gehört den Weltmeistern – Donald Trump (r.) verschwindet diskret. © ANGELA WEISS/AFP
East Rutherford/München – Und das war‘s. Die Fußball-WM 2026 ist Geschichte. Fazit: Gut und gerecht angesichts von 20:2 Torschüssen, dass das Finale Spanien als Sieger bekommen hat, wenngleich als vom Ergebnis her knappen mit 1:0 nach Verlängerung. Argentinien als Champion, das hätte zwar zu diesem von doch sehr von der Fifa gesteuert wirkenden Turnier gepasst, doch dem Gerechtigkeitsempfinden der Welt widersprochen.
Auch die Show rund um das Endspiel im hässlichen Beton-Oval von East Rutherford wurde irgendwie überstanden: Es war überwiegend Playback, wahllos zusammengestellt, Hauptsache große Namen. Die Halbzeitpause dauerte 27 Minuten. Als ZDF-Experte Christoph Kramer meinte, an solche Zustände werde der Fußball sich gewöhnen müssen, schallte dem Weltmeister von 2014 in den Sozialen Medien der Protest um die Ohren. Nein, muss er nicht, der Fußball.
Zum Finale kann noch festgestellt werden: Donald Trump richtete keinen Schaden an. Zwar brachte der US-Präsident zusammen mit Fifa-Herrscher Gianni Infantino den Pokal auf die Bühne, um ihn dem spanischen Kapitän Rodri zu überreichen, doch anders als noch bei der Club-WM vor einem Jahr stand Trump dann nicht im Mittelpunkt, sondern wurde diskret vom Podest geleitet. Das gehörte den Weltmeistern, den Spaniern.
Und die Kameras richteten sich auf den Verlierer des Tages. Auf Lionel Messi. Auf den Videoscreens war zu sehen, wie ihm mehr als eine Träne die Wange hinab lief. Es war seine sechste WM, sein 34. WM-Spiel – und es braucht nicht viel Fantasie, um für den 39-Jährigen feststellen zu können: Für seine Nationalmannschaft war es das. Stumm verschwand er schließlich im Mannschaftsbus. Am Tag danach meldete sich Messi mit emotionalen Worten auf Instagram: „Der Schmerz ist riesig. Es wird Zeit brauchen, bis diese Wunde verheilt“, schrieb der Argentinier. Dazu postete er ein Foto, das ihn mit Tränen in den Augen mit der Silbermedaille um den Hals zeigt. Durch das Erreichen des Finals in New Jersey, sei es „wieder einmal gelungen, als Land zusammenzustehen und gemeinsam den immensen Stolz zu teilen, Argentinier zu sein“, schrieb Messi außerdem.
Spanien hingegen hat nach 2010 wieder eine Weltmeister-Generation. Und glänzende Perspektiven. Selbst Kapitän Rodri, ausgezeichnet mit dem „Golden Ball“ als bester Spieler der WM (vor Lionel Messi und dem Franzosen Kylian Mbappé), hat mit 30 Jahren noch einen WM-Zyklus vor sich, ebenso der fabelhafte Torhüter Unai Simon. Pau Cubarsi (bester Jungstar des Turniers) und Lamine Yamal sind sogar noch Teenager. Ihre Reise hat erst angefangen. Spanien spielte „überragenden Fußball“ (Verteidiger Cucurella), ohne von individuellen Heldentaten abhängig zu sein. Der neue Weltmeister ist auch Weltrekordler. Ungeschlagen in nunmehr 38 Partien.
Und Spanien ist einer der Gastgeber der WM 2030 – und jetzt schon der Favorit. Einige der Weltmeister von 2026 könnten sogar noch 2038 am Start sein. Für die überübernächste WM hat Donald Trump die MAGA-Kappe bereits in den Ring geworfen.GÜNTER KLEIN