Southport – Der Urschrei von Ryan Fox hätte perfekt zu jedem Haka gepasst. Im schwarzen Shirt, das schwer an ein Trikot der All Blacks erinnerte, presste der Neuseeländer nach seinem Putt zum Sieg auf dem letzten Loch die Freude über den ersten Majorsieg seiner Golf-Karriere heraus. Den Außenseiter hatte vor den British Open kaum jemand auf der Rechnung – trotz seiner stolzen Familiengeschichte.
„Ich weiß nicht, ob das ihre Errungenschaften übertrifft, aber es gehört nun ganz sicher mit dazu“, sagte Fox stolz mit Blick auf seine sportlich äußerst erfolgreiche Ahnenlinie. Sein Vater Grant gewann im Dress der All Blacks die Rugby-WM 1987, sein Großvater Merv Wallace war Kapitän und Trainer der Cricket-Nationalmannschaft. Die sportlichen Pflichten der Familie für sein Heimatland sieht Fox nun als erfüllt an: „Meine Kinder haben keinen Druck mehr.“
Tatsächlich feierten die Töchter Isobel (5) und Margot (3) ihren Vater gleich nach dem Triumph per Videocall aus der Heimat – gemeinsam mit Mutter Anneke gegen 6.00 Uhr morgens Ortszeit. „Gut gemacht, Daddy“, war von der anderen Seite der Erde zu hören: „Wie groß ist der Pokal?“ Fox verwies sichtlich gerührt auf die TV-Übertragung: „Ihr seht mich gleich mit ihm im Fernsehen. Ihr habt gesagt, ich soll eine Trophäe mit nach Hause bringen. Das hab ich gemacht, oder?“
Tatsächlich ist es nicht irgendein Pokal, den der 39-Jährige daheim präsentieren kann. Der ikonische Claret Jug steht bei den Golfern auf einer Stufe mit dem grünen Jacket, das der Master-Sieger erhält. Bei der 154. Auflage des ältesten Turniers der Welt setzte sich Fox in Royal Birkdale nördlich von Liverpool überraschend gegen die versammelte Weltelite durch.
Der frisch gebackene „Champion Golfer of the Year“ gewann das letzte Major des Jahres mit einem Schlag vor Cameron Young, Dritter wurde Sam Burns (beide USA). Der Weltranglistenerste und Titelverteidiger Scottie Scheffler (USA) sowie Lokalmatador Thommy Fleetwood landeten auf dem geteilten vierten Platz.SID