Doch wieder Liebe: Roosa Koskelo und der Volleyball. © Instagram
Ludwigsburg – Roosa Koskelo hatte keine Lust mehr. Nach dem Ende ihrer aktiven Karriere im April 2025 wegen anhaltender Knieproblemen wollte sie nichts mehr mit Volleyball zu tun haben. „Ich wollte keinen Ball mehr sehen und noch nicht einmal Social Media öffnen, um andere spielen zu sehen“, sagte die 34 Jahre alte ehemalige Libera des MTV Stuttgart: „Ich brauchte eine komplette Pause, es war eine Zeit lang schmerzhaft.“
Nach ein paar Monaten vermisste Koskelo ihren Sport dann aber doch – nun ist sie seit Anfang Juni Teammanagerin bei den Männern der Barock Volleys MTV Ludwigsburg. Ihre vergangenen Wochen klingen fast zu schön, um wahr zu sein: neuer Job, zwei Wochen arbeiten – dann erstmal vier Wochen Urlaub. „Ich habe meine Finnland-Reise Anfang des Jahres gebucht“, erklärte Koskelo: „Da es viel zu lernen gibt, haben wir eine gute Lösung gefunden: Ich arbeite täglich ein paar Stunden und habe auch genug Freizeit.“
Nach der Entscheidung, auch die Karriere nach der Karriere dem Volleyball zu widmen, war die Finnin „für alles offen“ – auch in Deutschland zu bleiben. „Es ist sowieso eine große Veränderung, vom Sport zurückzutreten. Wenn zumindest die Umgebung gleich bleibt, verändert sich nicht alles auf einmal“, sagte Koskelo, die in ihren sieben Bundesliga-Jahren viermal deutsche Meisterin sowie zweimal Pokalsiegerin wurde: „Deutschland ist für mein aktuelles Leben die beste Wahl, auch wenn Finnland immer meine Nummer eins bleiben wird.“
Koskelos Interesse an der Stelle in Ludwigsburg wurde durch die Ambitionen, sich nach dem Aufstieg 2025 „in der Bundesliga etablieren“ zu wollen, geweckt: „Der Verein schätzt sehr realistisch ein, wo er zurzeit steht und wohin er will. Als Aufsteiger kann man im ersten Jahr alle positiv überraschen, in der zweiten Saison heißt es: Was kommt jetzt?“ Laut Koskelo setzt sich der Klub die Playoffs als Ziel. Durch ihre Erfahrung könne sie dazu beitragen: „Ich weiß, wie wichtig es ist, dass rund um den Spielbetrieb alles gut organisiert ist und wie viel Arbeit hinter dem Liga-Alltag steckt.“
Trotzdem lerne sie viel dazu. „Männer sind geradliniger und tun, was ihnen gesagt wird, während Frauen mehr hinterfragen und nach links und rechts denken“, hat Koskelo festgestellt. Neugierig sei sie auf mögliche Unterschiede auf Reisen. „Bei den Frauen wurde viel geredet, gemeinsam Kaffee getrunken und Ähnliches“, berichtete sie lachend. Dass sie nun als Frau für eine Männermannschaft aktiv ist, spielt für Koskelo keine Rolle. „Ich bin mit drei Brüdern aufgewachsen“, sagte sie.