Ein Hauch Olympia in Hannover

von Redaktion

Donnerstag starten die „Finals“ – unter anderem mit drei völlig unbekannten Sportarten

Einfach „nur“ Rudern war gestern: Beim Costal Rowing muss auch gesprintet werden. © Instagram

Flag Football: Statt Körperkontakt wird versucht, die Flagge am Gürtel des Ballträgers abzureißen. © Schueler/Imago

Beim BMX Flatland findet die Radakrobatik nicht in der Luft, sondern am Boden statt. © Henrich/Imago

Hannover – Vier Tage, 24 Sportarten, 143 zu vergebende deutsche Meistertitel: Kaum ist die Fußball-WM Geschichte, dürfen sich die Sportfans in Deutschland auf den nächsten Höhepunkt freuen. Von Donnerstag bis Sonntag werden zum sechsten Mal die Finals ausgetragen. Ein Hauch von Olympia weht durch Hannover und Umgebung. ARD und ZDF berichten insgesamt 30 Stunden im TV, im Stream sind es bis zu 100 Stunden – wobei auf den Plattformen Wettkämpfe in bis zu acht Streams gleichzeitig gezeigt werden.

Mit Gerätturnen, Schwimmen, Beachvolleyball, Bogensport oder Gewichtheben sind viele Klassiker vertreten. Doch es stehen auch Wettkämpfe auf dem Programm, von denen wohl nur die wenigsten Zuschauer schon mal gehört haben. Wir stellen drei der kuriosesten Disziplinen vor.

Flag Football ist eine Variante des beliebten American Football mit kleinerem Spielfeld und nur fünf Personen pro Team. Die Regeln ähneln sich stark, aber es gibt einen signifikanten Unterschied: Körperkontakt ist nicht erlaubt. Stattdessen muss die verteidigende Mannschaft versuchen, die am Gürtel des Ballträgers angebrachten Flaggen abzureißen, um den Spielzug zu stoppen. 2028 wird Flag Football in Los Angeles seine olympische Premiere feiern.

Im Rahmen der Finals 2026 tritt mit den Munich Spatzen ein hiesiger Verein an. „Dieser Sport ist Leidenschaft“, sagt Defense-Spielerin Zoe Song (26). Der Klub kämpft sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen im Erika-Fisch-Stadion um den Titel. Vor zwei Jahren feierte die Herrenauswahl ihre erste Meisterschaft. Moritz Apfel (28) war damals dabei und erinnert sich gern zurück: „Das ist mit Abstand mein größtes Karrierehighlight.“ Ob nun ein weiteres hinzukommt?

Nun wird’s nass. Coastal Rowing heißt die noch junge Disziplin, die Sprinten und Rudern miteinander verknüpft. „Es ist die Actionversion im Rudern“, sagt Bundestrainer Adrian Bretting (37). Der Wettkampf beginnt am Strand des Steinhuder Meeres, von dem aus die Athleten schnellstmöglich über den Sand zu ihren Booten im Wasser rennen. Anschließend absolvieren sie einen Slalomparcours – an der dritten Boje kommt es zur 180-Grad-Wende. Zurück am Strand folgt der Sprung aus voller Fahrt und der entscheidende Sprint über den Sand zur Ziellinie. Auch Coastal Rowing wird bei den Olympischen Spielen in zwei Jahren erstmalig zu den Wettbewerben zählen – mit guten Medaillenaussichten für Team Deutschland. „Wir haben die zwei stärksten Männer der Welt“, so Bretting über die Ruderer Franz Werner und Moritz Wolff.

Bisher nicht olympisch, dennoch spektakulär: BMX Flatland. Bei dieser Disziplin findet die Radakrobatik nicht in der Luft, sondern am Boden statt. Die Teilnehmer versuchen mit spektakulären Manövern und Tricks, die Jury zu überzeugen. Dabei ist Schnelligkeit gefragt. Der Übergang von einer Figur zur nächsten ist im Idealfall fließend und gelingt innerhalb weniger Sekunden. In Hannover dürfen die BMX-Flat-Fahrer ihr Können vor großer Kulisse am Neuen Rathaus unter Beweis stellen.VALENTIN PALLEIT

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