Kann am Ball alles: Momoko Tanikawa. © Hoppe/dpa
München/Tokio – Fußballerisch ist Momoko Tanikawa in München längst angekommen, kulinarisch ebenfalls: „Brezeln, die mag ich gerne, und diese Weißwürste esse ich auch echt gerne“, sagt das Toptalent des FC Bayern.
Die schlechte Nachricht: In den kommenden Tagen wird sie darauf wohl weitgehend verzichten müssen. Gut für die japanische Nationalspielerin: dafür lockt die heimische Küche. Am Mittwochmorgen (Ortszeit) wird der Bayern-Tross in Tokio erwartet und die 21 Jahre alte Tanikawa dürfte dann besonders im Fokus stehen.
Technik, Körperbeherrschung, der Blick für Räume, der präzise Abschluss, all das hat die aus der Millionenmetropole Nagoya stammende Tanikawa schon in jungen Jahren top drauf. Bayern-Trainer José Barcala attestiert seiner Nummer 18 eine außergewöhnliche Entwicklung: Egal auf welcher Position Tanikawa auflaufe, „sie ist immer eine Schlüsselspielerin für uns“, erklärt der Coach. 14 Tore in 47 Pflichtpartien lautet Tanikawas Bayern-Bilanz bislang, acht Treffer davon erzielte sie in der vergangenen Bundesliga-Saison. „Jetzt muss sie den nächsten Schritt machen“, fordert Barcala. „Nämlich diese Leistungen auch dann zu zeigen, wenn der Gegner stärker wird.“
Mit Stufen, vor allem hohen, kennt sich Tanikawa aus, auch wenn sie erst den Weg der kleinen Schritte ging. Über einige lokale Teams in Nagoya kam sie an die gut 580 Kilometer entfernte JFA Academy Fukushima, eine Fußballschule des japanischen Verbands. Als Jugendliche zog sie deshalb von zu Hause fort. Und Anfang 2024 verließ sie auch noch den Kontinent, um beim FC Bayern einen Vertrag zu unterschreiben.
„Ich bin schon mit einer gewissen Entschlossenheit ins Ausland gegangen. Um meinen Traum zu verwirklichen, habe ich eben auch in Kauf genommen, das Elternhaus zu verlassen“, erzählt Tanikawa, die zunächst vom FC Bayern an den FC Rosengard verliehen wurde.
Dass sie mal Profifußballerin werden wollte, stand für Tanikawa früh fest. „Der absolut größte Auslöser“ sei die WM 2011 gewesen, als Kapitänin Homare Sawa die japanische Nationalelf zum WM-Titel in Deutschland führte. Da war die kleine Momoko gerade mal sechs Jahre alt und dachte: „So möchte ich auch einmal werden!“DPA